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13.07.2014

11:35 Uhr

WM-Finale

Der Master im Maracanã

Quelle:Handelsblatt Online

Kein Anthony Baffoe, kein WM-Finale im berühmten Stadion Maracanã von Rio. Der Ex-Bundesliga-Profi gibt im Finalspiel Deutschland gegen Argentinien das Signal zum Anpfiff.

Der Diplomatensohn Anthony Baffoe (r.) scherzt mit Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Am Sonntag wird es allerdings wieder ernst. Dann gibt der frühere Bundesliga-Profi des 1. FC Köln und von Fortuna Düsseldorf beim großen WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien dem Schiedsrichter das Signal zum Anpfiff. dpa

Der Diplomatensohn Anthony Baffoe (r.) scherzt mit Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Am Sonntag wird es allerdings wieder ernst. Dann gibt der frühere Bundesliga-Profi des 1. FC Köln und von Fortuna Düsseldorf beim großen WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien dem Schiedsrichter das Signal zum Anpfiff.

Rio de JaneiroWenn Anthony Baffoe seinen Arm nicht senkt, dann rollt kein Ball im legendären Maracanã. Der frühere Bundesliga-Profi des 1. FC Köln und von Fortuna Düsseldorf wird auch am Sonntag beim großen WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien in Brasiliens Fußball-Heiligtum um Punkt 16.00 Uhr Ortszeit dem Schiedsrichter das Signal zum Anpfiff geben.

Für die FIFA ist Baffoe wie schon beim Confederations Cup 2013 als sogenannter Match-Koordinator für die Abwicklung der Spiele zuständig. „Das ist eine unglaublich spannende Aufgabe, vielfältig. Es hängt alles dran. Man muss die Abläuf im Griff haben“, sagte Baffoe.

Die Gewinner der WM

Gastgeber

Von der tollen Stimmung auf Tribünen und Straßen ließen sich alle mitreißen. Die Stadien wurden doch noch fertig, der Transport von Fans und Mannschaften klappte wie die Organisation. Die Sorgen mit Blick auf Olympia 2016 in Rio sind kleiner geworden.

Quelle: dpa

Die Deutschen

Manuel Neuer der überragende Keeper, Miroslav Klose WM-Rekordtorschütze, Toni Kroos in Höchstform - und Thomas Müller ließ es krachen. „Alemanha“ eroberte zudem die Herzen der Gastgeber, weil die Mannschaft brasilianischer spielte als die Seleção.

Offensiver Fußball

Rekordreifes Torspektakel mit insgesamt 136 Treffern in der Vorrunde - die Fußball-Welt staunte. Erst in der K.o.-Runde wurde es anders: Von den 15 Spielen vor dem Finale wurden nur vier mit mehr als einem Tor Vorsprung gewonnen.

Ein Kolumbianer

JAMES RODRIGUEZ: Shootingstar der WM. War dem AS Monaco bereits 2013 45 Millionen wert - aber wer kannte den Kolumbianer schon? Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Brasilien weinte der 23-Jährige bitterlich. Aber noch führt er mit sechs Treffern die Torschützenliste an.

Ein Argentinier

LIONEL MESSI: Bei seiner dritten Weltmeisterschaft endlich der Leader bei Argentinien. Maradona persönlich will den „roten Teppich“ ausrollen, wenn der 27-Jährige seinem Land zum dritten WM-Triumph nach 1998 und 1986 verhilft.

Ein Deutscher

MEHMET SCHOLL: Beliebtester Fernseh-Experte in Deutschland, darf auch das Endspiel im Maracanã kommentieren. Klare Worte. Scheute keine Kritik an den Schiedsrichtern („Nicht mehr unsere Sportart“) und an Bondscoach Louis van Gaal („Taktisch überladen“).

Ein kleines Land

COSTA RICA: Die große Überraschung des Turniers. Im Viertelfinale von den Niederlanden erst im Elfmeterschießen besiegt. Kleines Land mit großem Fußball-Herzen und einem überragenden Keeper: Keylor Navas ist sogar beim FC Bayern München als Backup für Neuer im Gespräch.

Die Tätigkeit beschränkt sich nicht allein auf die Kommunikation mit den Schiedsrichtern. Baffoe muss schon im Spielertunnel schauen, dass alles funktioniert, bevor die Akteure auf den Platz gehen. „Ich habe gewisse interkulturelle Fähigkeiten“, berichtet der Diplomatensohn über einen Vorteil seiner multikulturellen Herkunft bei seinem WM-Job.

Die Sympathien für Deutschland müssen am Sonntag ruhen. Das sah vor einer Woche noch ganz anders aus. Herzlichst scherzte Baffoe vor dem Frankreich-Spiel der deutschen Mannschaft mit Bastian Schweinsteiger und Co. auf dem Rasen des Maracanã.

Fußball-WM: Die Verlierer

Die Brasilianer

SELECAO: Selbst ernannter Favorit, aber spielerisch schwach und immer am Heulen. Trainer Luiz Felipe Scolari redete das 1:7 gegen Deutschland noch schön. Brasilien hatte in Stümerstar Neymar auch noch den Unglückstraben diese WM: Wirbelbruch im Viertelfinale.

Quelle: dpa

Ein Kolumbianer

JUAN ZUNIGA: Brasiliens Staatsfeind Nummer eins. Der Kolumbianer beförderte mit seinem Angriff von hinten Neymar aus dem Turnier. Der Profi vom SSC Neapel entschuldigte sich, erhielt aber Morddrohungen und braucht jetzt Polizeischutz.

Einige Europäer

Titelverteidiger Spanien, Ex-Weltmeister Italien, Möchte-so-gerne-endlich-mal-wieder-Weltmeister England - alle in der Vorrunde draußen. Die Niederlande und Deutschland hielten aber das Patt gegen Südamerika mit Brasilien und Argentinien bei den Top Vier.

Der Beißer

LUIZ SUAREZ: Ging als „Beißer“ in die WM-Geschichte ein, selbst für Psychologen eine schwer erklärbare Tat. Erhielt nach seiner Attacke gegen Italiens Giorgio Chiellini eine drastische Sperre und ist - auch bei seinem neuen Club FC Barcelona - über drei Monate raus.

Die Afrikaner

Prämienstreit, Korruptionsverdacht - und sportlich schwach. Nur Algerien und Nigeria kamen ins Achtelfinale. Kamerun, Elfbeinküste mit Didier Drogba und Ghana verabschiedeten sich früh. Der erste Weltmeister von diesem Kontinent wird immer noch gesucht.

Eine deutsche Ikone

FRANZ BECKENBAUER: Da hat der „Kaiser“ was verpasst. Statt in Brasilien erlebte er die WM in Kitzbühel. Nicht mal zum Endspiel kam er nach all dem Ärger mit der FIFA um seine Suspendierung. Der 68-Jährige ist sauer, schaut das Finale im Fernsehen.

Die Fifa

TICKET-MANAGER: Gaunerkomödie in einer Hochburg der Kriminalität. Haftbefehl gegen den Chef des FIFA-Ticketpartner Match Services wegen illegalen Handels mit Eintrittskarten, Flucht von Ray Whelan durch den Lieferanteneingang des Hotels, Vorwürfe gegen die Polizei.

Von

dpa

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