Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2014

13:01 Uhr

WM-Gruppe D im Teamcheck

Italien legt vor, Uruguay jagt England

VonAlexander Möthe

Italien und England als Fußball-Mächte gesetzt? Nicht in Gruppe D. Gerade der Kampf um den zweiten Platz dürfte zum heißen Tanz mit Uruguay werden. Und dann gibt es da ja noch das Füllmaterial. Der Gruppencheck.

Edinson Cavani jubelt: Uruguay auf dem Weg zur Favoritenrolle. AFP

Edinson Cavani jubelt: Uruguay auf dem Weg zur Favoritenrolle.

Uruguay: Auf Zehenspitze Richtung internationale Spitze

Wer die WM-Qualifikation verfolgt hat, wird sich gedacht haben: Wie ist Uruguay eigentlich 2010 Vierter der WM geworden? Seinerzeit wurde Diego Forlán zum besten Spieler gekürt, Thomas Müller schnappte dem Weltstar nur wegen der Torvorlagen die Torjägerkrone weg. Die DFB-Elf höchstpersönlich musste in Südafrika im Spiel um Platz drei erfahren, wie unangenehm die Südamerikaner zu spielen sind. Die Fachwelt prognostizierte dem lange abgetauchten Doppelweltmeister eine Zukunft in der Weltspitze.

Dann tat man sich in der Quali überraschend schwer. Obwohl Platzhirsch Brasilien als WM-Gastgeber gar nicht erst mitmischte, musste Uruguay den Teams aus Chile, Ecuador, Kolumbien und Argentinien den Vortritt lassen und den Umweg über die Relegation gehen. Jordanien hieß der Gegner und wurde mit 5:0 und einem bescheidenen 0:0 abgefertigt. In den vergangenen zehn Partien musste sich das Team allerdings nur Ecuador in dessen schwindeliger heimatlichen Höhe geschlagen geben. Geschlagen wurden unter anderem Japan und Argentinien. Beim Confederations Cup im Vorjahr hätte Uruguay zudem beinahe Brasilien den Finaleinzug vermasselt.

Gruppe D: Uruguay

Uruguay: Das Land

Fläche: 176.215 Quadratkilometer, Einwohner: 3,3 Millionen, Hauptstadt: Montevideo, Staatsoberhaupt: Staatspräsident und Regierungschef José Mujica

Uruguay: Der Verband

Fußballclubs: 1220 Fußballspieler insgesamt: 241.300 davon registriert: 41.800

Uruguay: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 11 (1930, 1950, 1954, 1962, 1966, 1970, 1974, 1986, 1990, 2002, 2010), Größte Erfolge: Weltmeister 1930, 1950, Südamerikameister 1916, 1917, 1920, 1923, 1924, 1926, 1935, 1942, 1956, 1959, 1967, 1983, 1987, 1995, 2011

Uruguay: Der Kader

Tor: Fernando Muslera - Galatasaray Istanbul, Rodrigo Muñoz - Libertad Asunción, Martín Silva - Vasco Rio de Janeiro

Abwehr: Sebastián Coates - Nacional Montevideo, Martín Cáceres - Juventus Turin, Jorge Fucile - FC Porto, José Giménez - Atlético Madrid, Diego Godín - Atlético Madrid, Diego Lugano - West Bromwich Albion, Maxi Pereira - Benfica Lissabon

Mittelfeld: Egidio Arévalo - Monarcas Morelia, Cristian Rodríguez - Atlético Madrid, Walter Gargano - FC Parma, Ávaro González - Lazio Rom, Nicolás Lodeiro - Botafogo Rio de Janeiro, Diego Pérez - FC Bologna, Gastón Ramírez - FC Southampton, Álvaro Pereira - Inter Mailand

Angriff: Edinson Cavani - Paris St. Germain, Diego Forlán - Cerezo Osaka, Abel Hernández - US Palermo, Christian Stuani - Espanyol Barcelona, Luis Suárez - FC Liverpool

Trainer: Oscar Tabárez

Uruguay: Die Bilanz gegen Deutschland

1 Sieg - 2 Unentschieden - 8 Niederlagen

Diego Forlán ist immer noch dabei, nicht mehr in Topform, aber noch immer gefährlich. Dazu kommt in Form von Edinson Cavani und Luis Suárez eine der teuersten und treffsichersten Sturmreihen des Turniers. Aber: Suárez ist nach einer Knie-Operation nicht fit und wird erst später eingreifen können. Ansonsten ist das Team mit Hochkarätern gespickt, zum Beispiel einem Trio des Champions-League-Finalisten Atlético Madrid. Auf dem Papier müsste der Kader mehr leisten als zuletzt zu beobachten war.

Fazit: Erfahrung und körperliche Härte treffen auf Spielwitz. Eigentlich eine schlagkräftige, höchst gefährliche Kombination. Die Altvorderen mit Routiniers wie Forlán wirken stabilisierend auf die Mannschaft. Eine Schlüsselrolle dürfte Suárez' Fitness sowie die Eingespieltheit des Atlético-Blocks spielen. Nominell braucht Uruguay sich zumindest in der Gruppe vor niemandem verstecken.

Prognose: Die Südamerikaner liefern sich mit Italien und England ein heißes Duell ums Achtelfinale. Bekommt Suárez Einsatzzeit, sollte Platz zwei in der Gruppe drin sein. Läuft es bei Uruguay nicht rund, schlägt die Stunde der Engländer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×