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15.06.2014

21:03 Uhr

WM-Gruppe E

Schweizer ringen Ecuador nieder

Hart erkämpfter Auftaktsieg für die Eidgenossen: Die Schweizer Nationalmannschaft hat gegen starke Ecuadorianer auf den letzten Drücker einen 2:1-Erfolg feiern können. Wieder wurde ein Tor fälschlich nicht anerkannt.

Ins Tor gewuchtet: Die Schweizer bejubeln den entscheidenden Treffer. Reuters

Ins Tor gewuchtet: Die Schweizer bejubeln den entscheidenden Treffer.

BrasiliaNach dem in letzter Sekunde geglückten Schweizer WM-Auftakt musste Ottmar Hitzfeld tief durchatmen. Den 2:1-Siegtreffer gegen Ecuador in der Nachspielzeit feierte der 65-Jährige zunächst mit einer kurzen Umarmung am Spielfeldrand, um dann - ganz Gentleman - das Jackett zuzuknöpfen und seinem Trainerkollegen die Hand zu reichen. Dabei hatte der deutsche Fußball-Lehrer kurz vor seiner Rente allen Grund zu Feiern, denn seine Joker stachen. Die eingewechselten Admir Mehmedi (48.) und Haris Seferovic (90.+3) brachten am Sonntag die Wende zum 2:1 (0:1).

Der Freiburger Bundesliga-Profi Mehzmedi glich nach nur drei Minuten seines ersten WM-Spiels aus, Seferovic traf mit dem letzten Angriff zum Sieg. Enner Valencia (22.) hatte die Südamerikaner nach einem Patzer von HSV-Profi Johan Djourou vor 68 351 Zuschauern in Führung gebracht.

Gruppe E: Schweiz

Schweiz: Das Land

Fläche: 41.285 Quadratkilometer, Einwohner: 8,1 Millionen, Hauptstadt: Bern, Staatsoberhaupt: Bundespräsident Didier Burkhalter

Schweiz: Der Verband

Fußballclubs: 1806, Fußballspieler insgesamt: 571.700, davon registriert: 232.700

Schweiz: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 9 (1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1994, 2006, 2010), Größte Erfolge: WM-Viertelfinale 1934, 1938, 1954

Schweiz: Der Kader

Tor: Diego Benaglio - VfL Wolfsburg, Yann Sommer - FC Basel, Roman Bürki - Grasshoppers Zürich

Abwehr: Stephan Lichtsteiner - Juventus Turin, Reto Ziegler - Sassuolo Calcio, Philippe Senderos - FC Valencia, Steve von Bergen - Young Boys Bern, Michael Lang - Grasshoppers Zürich, Ricardo Rodriguez - VfL Wolfsburg, Johan Djourou - Hamburger SV, Fabian Schär - FC Basel

Mittelfeld: Tranquillo Barnetta - Eintracht Frankfurt, Gökhan Inler - SSC Neapel, Granit Xhaka - Bor. Mönchengladbach, Valon Behrami - SSC Neapel, Valentin Stocker - FC Basel, Blerim Dzemaili - SSC Neapel, Gelson Fernandes - SC Freiburg, Xherdan Shaqiri - Bayern München

Angriff: Haris Seferovic - Real S. San Sebastián, Mario Gavranovic - FC Zürich, Admir Mehmedi - SC Freiburg, Josip Drmic - 1. FC Nürnberg

Trainer: Ottmar Hitzfeld

Schweiz: Die Bilanz gegen Deutschland

9 Siege - 6 Unentschieden - 36 Niederlagen

„Das ist unglaublich, dass wir es doch noch geschafft haben. Wir sind glücklich, dass wir drei Punkte geholt haben“, sagte Hitzfeld. Der Trainer, der mit Borussia Dortmund und Bayern München die Champions League gewann und nach der Weltmeisterschaft aufhört, konnte mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein: „Am Anfang haben wir nicht unseren Rhythmus gefunden. Der Druck war in der ersten Viertelstunde hoch.“ Doch seine Einwechslungen brachten den Sieg. „Es ist ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient. Die Moral und der Teamgeist haben für uns den Ausschlag gegeben“, sagte Mehmedi.

Die Eidgenossen spielen in der Vorrundengruppe E am Freitag gegen Frankreich, Ecuador trifft auf Honduras und muss den Tiefschlag nun erstmal verdauen. „Das ist wirklich traurig. Das tut weh“, sagte Antonio Valencia. Trainer Reinaldo Ruena gab zu: „Wir waren am Ende nicht sortiert und zu sehr von Gefühlen geleitet.“

Der 65-jährige Hitzfeld setzte wie erwartet auf einen „deutschen“ Block, gleich sechs Bundesligaprofis standen in der Startelf. Etwas überraschend spielte Djourou in der Innenverteidigung. Für Ecuador begann der 19-jährige Carlos Gruezo, seit der Winterpause beim VfB Stuttgart unter Vertrag.

Gruppe E: Ecuador

Ecuador: Das Land

Fläche: 256.370 Quadratkilometer, Einwohner: 15,7 Millionen, Hauptstadt: Quito, Staatsoberhaupt: Staatspräsident Rafael Correa

Ecuador: Der Verband

Fußballclubs: 201, Fußballspieler insgesamt: 1.029.655, davon registriert: 30.855

Ecuador: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 2 (2002, 2006), Größte Erfolge: WM-Achtelfinalist 2006, Vierter Südamerika-Meisterschaft 1959, 1993

Ecuador: Der Kader

Tor: Máximo Banguera - Barcelona SC Guayaquil, Adrián Bone - El Nacional Quito, Alexander Domínguez - LDU Quito

Abwehr: Jorge Guagua - EMELEC Guayaquil, Frickson Erazo - Flamengo Rio de Janeiro, Juan Paredes Barcelona - SC Guayaquil, Óscar Bagüí - EMELEC Guayaquil, Gabriel Achilier - EMELEC Guayaquil

Mittelfeld: Alex Ibarra - Vitesse Arnheim, Christian Noboa - Dynamo Moskau, Jefferson Montero - Morelia Monarcas, Edison Méndez - Santa Fe CD Bogotá, Wálter Ayoví - CF Pachuca, Segundo Castillo - Al-Hilal Riad KSA, Michael Arroyo - Atlante Cancún, Antonio Valencia - Manchester United, Luis Saritama - Barcelona SC Guayaquil, Fidel Martínez - Club Tijuana, Carlos Gruezo - VfB Stuttgart

Angriff: Joao Rojas - Cruz Azul, Felipe Caicedo - Al-Jazira Abu Dhabi UAE, Enner Valencia - CF Pachuca, Jaimen Ayoví - Club Tijuana

Trainer: Reinaldo Rueda

Ecuador: Die Bilanz gegen Deutschland

0 Siege - 0 Unentschieden - 2 Niederlagen

Die Eidgenossen taten sich von Beginn an schwer. Zwar prüften Josip Drmic und Xherdan Shaqiri Ecuadors teils unsicheren Torwart Alexander Domínguez. Spielerisch zeigte der Weltranglisten-Sechste gegen den 26. allerdings zu wenig. Die Schweiz, um Ballkontrolle und Sicherheit bemüht, trat mit einem Durchschnittsalter von knapp 27 Jahren mit ihrer jüngsten WM-Formation seit 80 Jahren an. Flott nach vorne spielte die Nati allerdings zu selten. Besser machte es Ecuador: Die präzise Freistoßflanke von Walter Ayovi köpfte Valencia völlig unbedrängt von Djourou ins Tor. Auch Schlussmann Diego Benaglio agierte im Fünfmeterraum zu passiv.

Unter den Augen von FIFA-Präsident Joseph Blatter, der mit Buhrufen im Estadio Nacional empfangen wurde, bewies Hitzfeld dann eine glückliche Hand. Der eingewechselte Mehmedi köpfte nach einer Ecke von Wolfsburgs Ricardo Rodriguez sein erstes WM-Tor. Gruezo sah nur zu und auch Torhüter Dominguez sah nicht gut aus.

Danach bekam die Schweiz das Spiel immer besser in den Griff. Der Treffer von Drmic wurde wegen Abseits zu Unrecht aberkannt (70.), auch Shaqiri hatte kurz darauf eine gute Chance. Auf der Gegenseite machte Djourou seinen Fehler vom Gegentor wett und rettete für Benaglio vor dem leeren Tor. Kurz vor Schluss musste Steve von Bergen für Benaglio einen abgefälschten Weitschuss klären. Dann aber traf der eingewechselte Seferovic zum Schweizer Happy End. „Ein großer Dank gilt meinem Vater. Er hatte heute Geburtstag. Ihm widme ich das Tor“, sagte er.

Von

dpa

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