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16.06.2014

23:54 Uhr

WM-Gruppe

Torloses Unentschieden zwischen Iran und Nigeria

Nach dem Fußballfest der deutschen Elf haben der Iran und Nigeria entsprechende Magerkost geboten. Die beiden Teams sorgten in einem Spiel ohne Höhepunkte für Unmut im Publikum. Das 0:0 hilft keiner Mannschaft.

Fairer Handschlag: Iran und Nigeria trennen sich 0:0 unentschieden. ap

Fairer Handschlag: Iran und Nigeria trennen sich 0:0 unentschieden.

CuritibaMit der ersten WM-Nullnummer haben Iran und Nigeria ihre 16 Jahre währenden Sieglos-Serien bei Weltmeisterschaften verlängert und so kaum Chancen auf den Achtelfinal-Einzug. Nach dem 0:0 im bisher schwächsten Spiel bei der Fußball-WM in Brasilien stehen die Iraner am Samstag gegen Argentinien vor einer unlösbar scheinenden Aufgabe, für Nigeria geht es gegen Bosnien-Herzegowina praktisch schon um das Weiterkommen in der Gruppe F.

Die triste Begegnung am Montag in Curitiba war nach der deutschen Gala gegen Portugal ein echtes Kontrastprogramm, obwohl beide Teams angesichts der nächsten Gruppenkonkurrenten eigentlich unbedingt ihren ersten WM-Sieg seit 1998 in Frankreich brauchten. Die Bosnier dürften nach ihrem ordentlichen Auftritt beim 1:2 gegen Gruppenfavorit Argentinien jedenfalls keine Angst bekommen haben.

Irans Trainer Carlos Queiroz zeigte sich dennoch „glücklich über das Resultat“ und zufrieden, zumindest mit der Leistung seiner Mannschaft: „Man muss es realistisch betrachten. Es war ein sehr gutes Spiel, und wir haben defensiv gut gearbeitet“, sagte der Portugiese. „Das Wichtigste ist, dass für uns noch alles drin ist.“

Gruppe F: Iran

Iran: Das Land

Fläche: 1.648.000 Quadratkilometer, Einwohner: 80,8 Millionen, Hauptstadt: Teheran, Staatsoberhaupt: Oberster Führer und geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei

Iran: Der Verband

Fußballclubs: 120, Fußballspieler insgesamt: 1.806.544, davon registriert: 449.644

Iran: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 3 (1978, 1998, 2006), Größte Erfolge: dreimaliger Asienmeister (1968, 1972, 1976); ein Vorrundensieg bei WM-Endrunde (2:1 USA/1998)

Iran: Der Kader

Tor: Rahman Ahmadi - Sepahan Isfahan, Aliresa Haghighi - SC Covilhã, Daniel Davari - Eintracht Braunschweig

Abwehr: Chosro Heidari - Esteghlal Tehran, Dschalal Hosseini - Persepolis Tehran, Amir Sadeki - Esteghlal Tehran, Hossein Mahini - Persepolis Tehran, Pejman Montaseri - SC Umm Salal, Ahmad Alnameh - Naft Tehran, Steven Beitaschur - Vancouver Whitecaps, Mehrdad Puladi - Persepolis Tehran

Mittelfeld: Ehsan Haji Safi - Sepahan Isfahan, Jawad Nekunam - SC Kuwait, Resa Haghighi - Persepolis Tehran, Ghasem Hadadifar - Sob Ahan Isfahan, Andranik Timotian - Esteghlal Tehran, Bachtiar Rahmani - Foolad Ahwas, Haschem Bejksadeh - Esteghlal Tehran, Aschkan Dejagah - FC Fulham

Angriff: Massud Schojaei - UD Las Palmas, Aliresa Jahan Bachsch - NEC Nijmegen, Karim Ansari Fard - Tractor Sasi Täbris, Resa Ghoochannejhad - Charlton Athletic

Trainer: Carlos Queiroz

Iran: Die Bilanz gegen Deutschland

0 Siege - 0 Unentschieden - 2 Niederlagen

Eine Enttäuschung gab es vor der Partie für Irans Torhüter Daniel Davari, statt des Braunschweigers stand Aliresa Haghighi zwischen den Pfosten. Der eigentlich nur als Nummer drei geltende Schlussmann war schon in der dritten Minute bei einem 20-Meter-Schuss von Victor Moses zum ersten Mal gefordert. Sechs Minuten später verfehlte Ogenyi Onazi den Kasten nur knapp. Mehr fiel den favorisierten „Super-Adlern“ in der Offensive danach für lange Zeit nicht mehr ein. Nur Ahmed Musa hätte Haghighi mit einem tückisch angeschnittenen Freistoß vor 39 081 Zuschauern fast überrascht (31.).

Der zunächst überraschend auf der Bank gebliebene Routinier Joseph Yobo kam kurz zuvor für den verletzten Godfrey Oboabona auf das Feld und damit zu seiner dritten WM-Teilnahme nach 2002 und 2010. Yobo fehlt nun nur noch ein Länderspiel, um die 100 vollzumachen. Impulse konnte er indes ebenso wenig geben wie John Obi Mikel vom FC Chelsea.

Gruppe F: Nigeria

Nigeria: Das Land

Fläche: 923.768 Quadratkilometer, Einwohner: 177,2 Millionen, Hauptstadt: Abuja, Staatsoberhaupt: Staatspräsident und Regierungschef Goodluck Jonathan

Nigeria: Der Verband

Fußballclubs: 52, Fußballspieler insgesamt: 6.653.710, davon registriert: 58.710

Nigeria: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 4 (1994, 1998, 2002, 2010), Größte Erfolge: Olympiasieger 1996 dreimaliger Afrikameister (1980, 1994, 2013)

Nigeria: Der Kader

Tor: Vincent Enyeama - OSC Lille, Austin Ejide - Hapoel Be'er Scheva, Chigozie Agbim - Gombe United

Abwehr: Joseph Yobo - Norwich City, Elderson Echiéjilé - AS Monaco, Efe Ambrose - Celtic Glasgow, Azubuike Egwuekwe - Warri Wolves, Kunle Odunlami - Sunshine Stars Akure, Juwon Oshaniwa - MS Aschdod, Godfrey Oboabona - Caykur Rizespor, Kenneth Omeruo - FC Middlesbrough

Mittelfeld: Ruben Gabriel - KVRS Waasland-Beveren, John Obi Mikel - FC Chelsea, Ramon Azeez - UD Almería, Ogenyi Onazi - Lazio Rom, Michael Uchebo - Cercle Brügge

Angriff: Ahmed Musa - ZSKA Moskau, Peter Odemwingie - Stoke City, Emmanuel Emenike - Fenerbahce Istanbul, Victor Moses - FC Liverpool, Michael Babatunde - Wolyn Luzk, Uche Nwofor - SC Heerenveen, Shola Ameobi - Newcastle United

Trainer: Stephen Keshi

Nigeria: Die Bilanz gegen Deutschland

0 Siege - 0 Unentschieden - 1 Niederlage

Die Iraner beschränkten sich weitgehend auf die Defensive und hatten im Spiel nach vorn ebenfalls keine Ideen zu bieten. Der ehemalige Bundesligaprofi Ashkan Dejagah, mit Trainer Felix Magath mit dem FC Fulham aus der Premier League abgestiegen, rannte sich auf der linken Seite immer wieder fest. Dennoch besaß die Mannschaft des intern umstrittenen Trainers Queiroz die beste Chance der ersten Halbzeit: Nach Ecke von Dejagah prüfte Resa Ghoochannejhad den reaktionsschnellen Schlussmann Vincent Enyeama per Kopf (34.). Beim Gang in die Kabine mussten sich beide Teams ein Pfeifkonzert anhören.

Die bis vor kurzem in einen Prämienstreit mit ihrem Verband verstrickten Afrikaner übernahmen auch nach Wiederanpfiff als Erste die Initiative - allerdings weiterhin ohne zwingende Chancen herauszuarbeiten. Die Iraner gingen ihrerseits etwas mutiger zu Werke, die Bemühungen blieben jedoch ebenfalls harmlos. Erst in der 70. Minute gab es erstmals wieder Aufregung in einem der beiden Strafräume, der eingewechselte Shola Ameobi kam mit dem Kopf jedoch nicht richtig an den Ball. Erneut Ameobi scheiterte nach einem Eckball kurz vor Schluss, sein Kopfball wurde abgelockt.

Von

dpa

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