Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2011

08:07 Uhr

WM-Halbfinale

Wambachs Märchenende und Binis Glück

VonAlexander Möthe, Patrick Kleinmann

Am Ende setzte sich die Erfahrung durch. Mit den USA ist der Topfavorit ins WM-Endspiel eingezogen, das junge Team der Französinnen spielt um Platz drei. Für Trainer Bruno Bini jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen.

Trotz der Niederlage verging Frankreichs Trainer Bruno Bini nicht das Lachen. Quelle: Reuters

Trotz der Niederlage verging Frankreichs Trainer Bruno Bini nicht das Lachen.

MönchengladbachEr wiederholte es dreimal, fast wie ein Mantra: „Das Leben ist immer noch schön“. Frankreichs Trainer Bruno Bini wollte nach der ebenso engen wie unglücklichen 1:3-Niederlage gegen die USA im WM-Halbfinale so gar nicht einsehen, warum er unglücklich sein sollte: „Es gibt keinen Grund. Ich habe einen tollen Job, ich verdiene nicht schlecht, wohne in guten Hotels, nicht im Krankenhaus und wir haben uns für Olympia qualifiziert.“

Erschreckend positiv war sie, die Stimmung in Mönchengladbach, fast als ob beide Teams gewonnen hätten. Bei den USA schwang sogar ein Hauch Erleichterung mit. Denn „Les Bleues“ hatten in den 90 Minuten der hochspannenden Partie mehrfach die Führung auf dem Fuß, bevor die erfahreneren US-Damen mit ihren kaltschnäuzigen Gegenstößen dann doch die entscheidenden Tore erzielten. Und genau das macht die Amerikanerinnen vor dem Finale am Sonntag gegen Japan in Frankfurt jetzt zum Favoriten auf den Titel. Im Zentrum des Titeltraums steht dabei vor allem eine: Abby Wambach.

Halbfinale der Frauen-WM:  US-Erfahrung schlägt französische Lässigkeit

Halbfinale der Frauen-WM

US-Erfahrung schlägt französische Lässigkeit

Die USA stehen als erste Mannschaft im Frauen-WM-Finale. Gegen spielstarke Französinnen spielten die Amerikanerinnen vor allem ihre Erfahrung aus - und konnten sich erneut auf das Händchen von Pia Sundhage verlassen.

„Nach einem Tor weiß ich nie, wie der Ball reingegangen ist“, erklärte die zum „Player of the Match“ gewählte Stürmerin nach dem Spiel. Wambach hatte das gemacht, was sie am besten kann – ihre Physis einbringen. Das beinhaltete auch einen rund 30-sekündigen Blackout nach dem Erfolg, ein Jubel-Delirium, wie sie mit einem Lächeln einräumte. Auch von einer Art sechsten Sinns erzählte sie, dem idealen Zeitpunkt, sich von der Verteidigerin zu lösen und das Ding wie in Trance rein zu machen – Eigenschaften, die eine Top-Stürmerin wohl ausmachen.

Zumindest gegen Frankreich war die Beherrschung des Luftraums ein entscheidender Faktor. „Ihre Präsenz in der Luft ist unglaublich, ich denke nicht, dass man so etwas im Frauenfußball sonst findet“, bekannte auch Top-Joker Megan Rapinoe, die die Vorlage zum entscheidenden 3:1 von Alex Morgan gab. Dafür wurde sie vor allem von Trainerin Pia Sundhage geadelt: „Sie hat das Spiel gedreht.“ Schon gegen Brasilien schlug die Flügelspielerin die Flanke zum Last-Minute-Ausgleich, im Gruppenspiel gegen Kolumbien traf sie nach ihrer Einwechslung zur Vorentscheidung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×