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03.07.2014

19:05 Uhr

WM-Spieltagvorschau

Deutschland und Brasilien müssen liefern

VonBenedikt Miketta

Die DFB-Auswahl bekommt den ersten richtig starken Gegner: Im Viertelfinale wartet Frankreich. Die Gallier haben bisher alle Partien gewonnen. Im zweiten Spiel trifft am Abend Brasilien auf die guten Kolumbianer.

Bundestrainer Joachim Löw: Viel Druck vor dem Viertelfinale gegen Frankreich. ap

Bundestrainer Joachim Löw: Viel Druck vor dem Viertelfinale gegen Frankreich.

Der 4. Juli ist ein historischer Tag im deutschen Fußball. 1954, eben an jenem Datum, wurde die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal Weltmeister. 60 Jahre später kämpft die DFB-Auswahl gegen den großen Rivalen Frankreich um den Einzug ins Halbfinale im berühmten Maracana in Rio de Janeiro.

Ein perfekter Rahmen also für ein neues Stück deutsche Fußballhistorie. Gegen den wiedererstarkten Nachbarn aus Frankreich steht die deutsche Auswahl vor einer Herkules-Aufgabe. Zumal der 2:1-Zittersieg gegen Algerien nicht gerade Jubelstürme auslöste. Im Gegenteil: Deutschlands Spieler rechtfertigten sich nach dem Achtelfinale und beklagten zu hohe Erwartungen der Zuschauer. Meinte auch Verteidiger Per Mertesacker, der fragte Reporter Boris Büchler: „Wollen Se ‘ne erfolgreiche WM oder sollen wa wieder ausscheiden und haben schön gespielt?“ Das Schlechte: Die Leistung gegen Algerien war steigerungsfähig. Das Gute: Im Team scheint ordentlich Leben zu stecken.

Eine Steigerung braucht es gegen die Franzosen dennoch. Auch, weil „Les Bleus“ sich selbst neu erfunden hat: Auf Konter lauern, dann schnell gegenstoßen und eiskalt zuschlagen. Genau so, wie es auch Arsenal London-Trainer Arsene Wenger erwartet, wenn man in Brasilien den Titel holen will.

Rutscht Brasilien in die sportliche Katastrophe?

Über das Endspiel kann sich Bundestrainer Joachim Löw derzeit keine Sorgen machen. Erst verletzte sich Shkodran Mustafi im Algerien-Spiel schwer, dann kreiste ein Grippe-Virus über dem Campo Bahia. Und dann ist da noch die ewig junge Debatte: Spielt Kapitän Philipp Lahm im Mittelfeld oder hinten rechts in der Verteidigung? Antworten gibt es dann um 18 Uhr, wenn sich die DFB-Auswahl nicht an längst vergangenen Tagen ergötzen, sondern selber ein Stück Geschichte schreiben will.

Die Seiten der WM-Büchern, in denen Kolumbien erwähnt werden, sind wohl längst verstaubt. Vor 16 Jahren in Frankreich war das Team vom jetzigen Trainer José Pékerman das letzte Mal bei einer WM. Kaum zurück auf der großen Bühne, mischt Kolumbien mal so richtig das Fußballgeschehen auf – alle vier Duelle gewannen „Los Cafeteros“. Nun soll ausgerechnet Gastgeber Brasilien dran glauben. Angst vor den großen brasilianischen Namen wird der Außenseiter keine haben. Denn Brasilien präsentierte sich auf eigenem Geläuf nicht so dominant wie es viele erwartet hatten. Das Achtelfinale gegen Chile zeigte, dass die Selecao verwundbar ist. Ein Ausscheiden für den Rekordweltmeister im eigenen Land wäre eine sportliche Katastrophe. Der Druck ist groß. Kolumbien hat hingegen nichts zu verlieren, kann aber für ein ganz langes Kapitel sorgen.

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