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24.05.2014

18:00 Uhr

WM-Trainingslager

Großkreutz-Eklat sorgt für Unruhe

Bundestrainer Joachim Löw plagen im Trainings-Camp in Südtirol derzeit nicht nur Verletzungssorgen. Der Dortmunder Allrounder Kevin Großkreutz sorgte mit einem Ausraster nach einer Pokal-Party für einen Eklat.

Kevin Großkreutz: Der Dortmunder wurde vom DFB gerügt. Reuters

Kevin Großkreutz: Der Dortmunder wurde vom DFB gerügt.

St. LeonhardNur kurz durfte Krisenmanager Joachim Löw ohne neue Ärgernisse die Schönheiten des Passeiertals genießen. Nach einem ersten freien Nachmittag auch für die Sorgenkinder Manuel Neuer, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger aber drängten für den Bundestrainer die vielen offenen WM-Fragen wieder in den Vordergrund. Löw muss wahrscheinlich während des gesamten Aufenthalts in Südtirol im Mannschaftstraining auf das verletzte Bayern-Trio verzichten. Zu allem Überfluss wurde er auch noch mit einer - für einen Fußball-Nationalspieler nur schwer entschuldbaren - Entgleisung von Kevin Großkreutz konfrontiert.

Von Panik will im Kreis der Nationalmannschaft in Südtirol aber noch niemand reden. „Wir werden in Brasilien elf Spieler auf dem Platz haben, die alles für den Bundesadler geben werden“, versprach Thomas Müller, Torschützenkönig der WM 2010, in St. Leonhard.

Die großen Entscheidungen im Hinblick auf eine titelreife Truppe muss Löw drei Wochen vor dem ersten WM-Spiel gegen Portugal aber weiterhin vor sich herschieben. „Das kann ich heute auch noch nicht beantworten“, erklärte er etwa auf die zentrale Frage, ob Kapitän Lahm im Mittelfeld oder in der Abwehr auflaufen werde. Erst einmal geht es darum, die Münchner Leistungs- und Hoffnungsträger überhaupt wieder spielfähig zu bekommen. „Wir werden nichts riskieren, da gilt es, ein bisschen Geduld zu bewahren“, erklärte Löw in der ARD.

Lahm, Neuer und Schweinsteiger fehlten am Sonntag im ersten Trainingsspiels gegen die U 20-Auswahl des DFB genauso wie Marcel Schmelzer und Per Mertesacker. Im öffentlichen Teil des Tests gelang dem Nationalteam vor 600 Zuschauern in zweimal 20 Minuten kein Tor. Der zweite Teil fand hinter verschlossenen Türen statt.

Das angeschlagene Bayern-Trio konnten beim Medientag im DFB-Quartier keine optimistische Prognose für einen Einstieg ins Teamtraining abgeben. „Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht“, sagte Lahm und ergänzte: „Im Moment kann ich noch nicht laufen. Ich muss sehen, wie das Sprunggelenk auf Belastung reagiert.“

Im Hinblick auf Brasilien mache er sich aber „keine Sorgen“, sagte Lahm zur kritischen Gesamtsituation. „Die Leute, die angeschlagen sind, sind alles Spieler, die Biss haben“, begründete Neuer seinen WM-Optimismus. Der 28-Jährige trug immerhin keine Stützbinde mehr. „Im Moment bin ich den ganzen Tag in Behandlung“, berichtete die deutsche Nummer 1. Zumindest beim Heilungsverlauf seines rechten Armes sei er „voll im Zeitplan“.

Trotzdem muss sich Löw für sein viertes Turnier als Chef längst mit einem Plan B oder sogar C auseinandersetzen. Ob Großkreutz weiter eine Rolle spielt, wird sich am 2. Juni bei der Nominierung des endgültigen 23-köpfigen WM-Kaders zeigen. Der Bundestrainer hatte ein „ernstes Gespräch“ mit dem Dortmunder.

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