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27.06.2012

18:36 Uhr

Zehn Real-Profis

Mourhinhos Handschrift prägt EM-Halbfinale

José Mourinho ist exzentrisch, aber einer der besten Trainer der Welt. Im EM-Halbfinale stehen sich insgesamt zehn seiner Schützlinge aus Madrid gegenüber - nicht zufällig. Denn Mourinho macht die Spieler erst zu Stars.

Meisterfeier mit Mesut: Mourinho weiß Talente und Veteranen gleichermaßen zu formen. dapd

Meisterfeier mit Mesut: Mourinho weiß Talente und Veteranen gleichermaßen zu formen.

WarschauEr saß während der EM auf keiner Trainerbank, sondern nur auf der Tribüne. Und doch gilt Fußball-Lehrer José Mourinho als einer der großen Gewinner des Turniers. Beachtliche zehn Spieler seines Vereins Real Madrid kämpfen am Mittwoch und Donnerstag um den Einzug ins Endspiel. Mit Ausnahme von Italien können alle Halbfinalisten auf Stars des spanischen Rekordmeisters zählen. Nutznießer dieser „Real-Connection“ sind auch die Deutschen. Via SMS und E-Mail wünschten Mesut Özil und Sami Khedira ihren Madrider Vereinskollegen Glück für den EM-Showdown. „Aber wir haben keine Wette laufen“, kommentierte Mittelfeldspieler Khedira schmunzelnd.

Vor allem das erste Halbfinale am Mittwoch in Donezk (20.45) wird zum Stelldichein der „Königlichen“. Sowohl die Portugiesen Cristiano Ronaldo, Pepe und Fabio Coentrão als auch die Spanier Iker Casillas, Sergio Ramos, Xabi Alonso, Alvaro Arbeloa und Raúl Albiol verdienen ihr Geld in Madrid. Beim Klassiker am Donnerstag in Warschau (20.45 Uhr) zwischen Deutschland und Italien kann sich Mourinho ein Bild von den Fortschritten seiner Profis Özil und Khedira machen.

Real-Stars im Halbfinale

Spanien

Im spanischen Team gibt es zwei Vereinsblöcke: Den des FC Barcelona und den von Real Madrid. Aus Barcelona sind sieben Spieler dabei, die meisten in der Startformation. Für Real laufen in der Liga fünf Spieler auf: Torwart Iker Casillas, die Verteidiger Alvaro Arbeloa, Raul Abiol und Sergio Ramos sowie Mittelfeldmann Xabi Alonso.

Portugal

Die Portugiesen laufen mit drei Stammspielern auf, die selbiges auch bei Real Madrid sind. Namentlich sind das die Defensivleute Pepe und Fabio Coentrao sowie der fortwährend zweitbeste Fußballer der Welt - Sturmstr Cristiano Ronaldo.

Deutschland

Das DFB-Team hat bekanntlich zwei Real-Spieler im Kader: Mesut Özil und Sami Khedira. Beide überraschten mit ihrem Wechsel nach Spanien, konnten sich unter Mourinho jedoch durchsetzen und reifere Spielanlagen entwickeln. Gerade Khedira machte einen großen Schritt nach vorn. Damit hat nur Italien keine Real-Stars mit dabei - da kein Italiener für die Spanier aufläuft. Coach Prandelli hält sich stattdessen an seinen Juventus-Block.

Der bisherige Turnierverlauf ist ganz nach dem Geschmack des Real-Trainers, der bei der EM - wie er gerade Lust hat - als Experte des arabischen TV-Senders Al Jazeera auftritt. Kein Verein ist mit mehr Spielern im Halbfinale vertreten, kein Club hat dank Cristiano Ronaldo (3), Xabi Alonso (2), Khedira und Pepe eine höhere EM-Trefferquote zu bieten. „Wir Real-Spieler sind stolz“, sagte Özil am Montag, wollte dieser Dominanz aber ansonsten keine große Bedeutung beimessen. „Das war es dann aber auch.“

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