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08.01.2004

11:17 Uhr

Sportart droht lange Durststrecke

Sparen und auf eine bessere Zukunft hoffen

VonKarsten Doneck (Handelsblatt)

Den deutschen Volleyballern droht das Scheitern in der Olympia-Qualifikation - und der Verlust wichtiger Fördergelder.

BERLIN. Alles hängt von den Frauen ab. Oder zumindest fast alles. Wie der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) in naher Zukunft finanziell über die Runden kommt, darüber entscheiden jetzt ein paar Ergebnisse der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im fernen Aserbaidschan. In Baku kämpft die DVV-Auswahl derzeit um die Olympia-Qualifikation für Athen 2004. Sollte sie scheitern, was angesichts der schweren Gegner wahrscheinlich ist, "dann wäre der Einnahmeverlust für uns gewaltig", sagt Werner von Moltke. Der DVV-Präsident erklärt: "Es ist ganz einfach: Wer bei Olympischen Spielen nicht dabei ist, der sinkt beim Bundesinnenministerium in eine niedrigere Förderstufe." Die deutschen Volleyballerinnen würden bei einem Scheitern in Baku in die Förderstufe III zurückfallen - tiefer geht es nicht.

Von Moltke verbreitet ungebrochenen Optimismus. "Die Frauen können uns rausreißen", sagt er - wohlwissend, dass die deutsche Männer-Nationalmannschaft seit Jahren in der niedrigsten Förderstufe feststeckt. Auch dem Team von Bundestrainer Stelian Moculescu droht bei der Olympia-Qualifikation in Leipzig das frühzeitige Aus, womöglich schon heute gegen den Vizeweltmeister Russland.

Volleyball in Athen ohne deutsche Beteiligung - das würde den DVV zum Sparen zwingen. "Lehrgänge mit der Nationalmannschaft, Reisen zu Länderspielen, Turniere - da müssten wir Abstriche machen", sagt von Moltke. Sponsoren, die das finanzielle Loch schließen, gibt es derzeit nicht. Immerhin existiert mit den Bundesligisten seit Jahren eine Übereinkunft, dass der DVV seinen Klubs für die Abstellung von Nationalspielern keinerlei Entschädigung zahlen muss.

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