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07.08.2000

11:40 Uhr

Sportartikelhersteller bangt um Platz im Aktienindex Dax

Adidas-Gewinn fällt um mehr als ein Fünftel

Der Halbjahresüberschuss sank wie erwartet um 22 % auf 73 Mill. Euro - knapp 143 Mill. DM.

dpa MÜNCHEN. Nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr und einer Talfahrt des Aktienkurses muss der Sportartikelkonzern Adidas-Salomon um seinen Platz im Deutschen Aktienindex Dax zittern. "Wir sind stolz im Dax zu sein und möchten als einer der wenigen Konsumgüter-Hersteller im Index bleiben", sagte Finanzchef Robin Stalker am Montag bei der Vorlage der Halbjahres-Zahlen auf der Ispo 2000 Sommer in München. Mit kontinuierlichen Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren und einem neuen Marketing- und Markenauftritt, der am 11. Oktober in New York vorgestellt wird, will Adidas-Salomon wieder für Fantasie bei den Anlegern sorgen.

Die Deutsche Börse will an diesem Dienstag über eine mögliche Neubesetzung des Dax entscheiden. Der Kurs der Adidas-Salomon-Aktie sank am Montag noch einmal um zwischenzeitlich rund 0,6 % auf 54,70 Euro. Als Kandidat für ein Ausscheiden aus dem Dax gilt auch Karstadt-Quelle.

Für das Gesamtjahr rechnet die Adidas AG, -Salomon Herzogenaurach, wegen des zum Jahresanfang verkündeten Restrukturierungsprogramms weiter mit einem Rückgang des Konzerngewinns um ein Fünftel. In den ersten sechs Monaten sank der Überschuss beim zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt um 22 % auf 73 Mill. Euro (knapp 143 Mill. DM). "Wir haben wesentliche Fortschritte bei der Verschlankung des Konzerns erzielt", sagte der designierte Konzernchef Herbert Hainer.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr währungsbedingt um sieben Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Wären die Währungskurse konstant geblieben, hätten die Erlöse um ein halbes Prozent nachgegeben, räumte Stalker ein. Sportschuhe waren überall gefragt, vor allem aus dem Basketball-Bereich kommen hier die Impulse. Auch Zubehör wie Golfbällen oder Inline Skates fand guten Absatz.

Besonders gut lief das Geschäft in Asien, wo Adidas-Salomon um ein Drittel zulegte. Im wichtigen nordamerikanischen Markt sanken die Erlöse dagegen um zwei Prozent, der Auftragsbestand ging sogar um zwölf Prozent zurück. Die Rückgänge wurden durch Währungseffekte noch abgemildert. Vor allem bei Bekleidung brachen Umsatz und Auftragseingänge ein.

Ein Großteil des geplanten Wachstums- und Effizienzprogramms sei bereits umgesetzt, sagte Hainer. Im ersten Halbjahr seien 22 Mill. Euro im Rahmen des Programms ausgegeben worden. Insgesamt soll es gut 38 Mill. Euro kosten. "Von 2001 bis 2003 soll der Gewinn dann jährlich um 15 % steigen", bekräftigte Hainer. Im Rahmen des Programms wird unter anderem die Zahl der Lager in Europa von 25 auf fünf Lager reduziert. Zudem sollen fünf Prozent der Stellen gestrichen werden. "Wir sind in den neunziger Jahren dramatisch gewachsen", sagte Hainer. "Da passieren Dinge in der Organisation, die man irgendwann bereinigen muss." Eine Belebung des Geschäfts erhofft sich Adidas-Salomon auch von den Olympischen Spielen im September. "Mrd. von Menschen werden unser Logo sehen", sagte Hainer. Kurze Zeit später soll dann das neue Markenkonzept in New York präsentiert werden. Einzelheiten wollte Hainer nicht nennen. Schuhe und Bekleidung sollten jedenfalls künftig nicht mehr getrennt geführt werden.

Adidas-Salomon ist seit zwei Jahren im Dax vertreten. Der Kurs der Aktie sank seither von Höchstständen über 160 Euro auf zuletzt nur noch rund 55 Euro. "Irgendwann wird die Wiedergeburt der Old Economy kommen", sagte Hainer. Er leitet derzeit bereits das operative Geschäft und soll im kommenden Frühjahr den Vorstandsvorsitzenden Robert Louis-Dreyfus ablösen.

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