Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2002

14:16 Uhr

Sprecher: Bislang keine Beschwerde aus Berlin

Entscheidung zu Auto-Wettbewerb verschoben

Die EU-Kommission hat ihre seit langem erwartete Entscheidung zur Neuordnung des Autohandels in Europa auf Februar verschoben. Dies habe aber nichts mit Widerständen gegen das Vorhaben zu tun, beteuerte ein Sprecher von Wettbewerbskommissar Mario Monti am Freitag in Brüssel.

afp BRÜSSEL/PARIS. Schriftliche Einwände von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller gegen Montis Reformpläne lagen der EU-Behörde demnach zunächst nicht vor. Er nahm damit Stellung zu einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach sich der parteilose Müller in Brüssel im Sinne der deutschen Pkw-Branche für eine Überarbeitung der Kommissionsvorschläge einsetzt.

Die neuen Bestimmungen für Pkw-Handel und-Reparatur, deren Entwurf in weiten Teilen seit längerem bekannt ist, will die Kommission nun erst am 5. Februar offiziell vorstellen, wie Monti im französischen Rundfunk ankündigte. Grund für die Verschiebung dieses Termins um knapp eine Woche sei die bereits sehr volle Tagesordnung der vorhergehenden Sitzung des Kommissionskollegiums am 30. Januar, sagte der Sprecher des Kommissars. Mit hausinternen Schwierigkeiten für Montis Entwurf habe dies "absolut nichts" zu tun.

Laut Zeitung wendet sich Müller besonders gegen Montis Ziel, Autohändler in der EU den Vertrieb mehrerer Marken gleichzeitig zu gestatten und die räumliche Begrenzung ihres Absatzgebiets aufzuheben. Auch habe sich Müller gegen Pläne für mehr Wettbewerb zwischen den Werkstätten ausgesprochen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wandte sich bereits vergangene Woche öffentlich gegen grundlegende Änderungen im bestehenden Vertragshändlersystem.

Mit einer Überarbeitung der so genannten Gruppenfreistellung im Pkw-Vertrieb, die im September ausläuft, will die Kommission die bislang engen vertraglichen Bindungen zwischen den Autoherstellern und ihren Vertriebspartnern lockern. Die neuen Regeln sollen zum 1. Oktober in Kraft treten und innerhalb eines Jahres in den EU-Staaten umgesetzt sein.

Die Hersteller dürfen den Plänen zufolge von ihren Vertragspartnern beispielsweise nicht mehr verlangen, neben dem Verkauf von Neuwagen auch Service und Reparaturen für ihre jeweilige Marke anzubieten. Autohäuser dürfen diese Dienstleistungen auch an Subunternehmer vergeben. Auch die Reparaturwerkstätten sollen gegenüber den Pkw-Herstellern mehr Rechte erhalten. Unabhängige Werkstätten sollen Zugang zu Ersatzteilen aller Hersteller haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×