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23.01.2005

17:11 Uhr

Sprecher des Berliner Umweltministeriums begrüßt Engagement Blairs

Blair bereitet in Davos Klimainitiative für G8 vor

VonC. Rabe (M. Thibaut und K. Doemens, Handelsblatt)

Der britische Premierminister Tony Blair soll auf dem Treffen des World Economic Forum (WEF) in Davos (26. bis 30.Januar) den Vorsitz einer internationalen Unternehmergruppe übernehmen, die Empfehlungen zur Eindämmung des Klimawandels erarbeiten soll. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des WEF. Erste Vorschläge sollen auf dem Gipfel der acht führenden Industriestaaten (G8) im Juli beraten werden. Großbritannien hat in diesem Jahr den Vorsitz der G8 übernommen.

Tony Blair Foto: dpa

Tony Blair Foto: dpa

DAVOS/LONDON/BERLIN. Der Task Force gehören die Vorstandsvorsitzenden von 24 international renommierten Unternehmen und Banken an. Vertreten sind u.a. die Deutsche Bank, Swiss Re, Britisch Petroleum, British Airways, Alcan, Hewlett Packard, Ford Motor, Cisco Systems, und Lukoil, aber auch Unternehmen aus Südafrika, Brasilien und Indien. Blair will die Kompetenz der CEOs nutzen, um Lösungsansätze für die Bekämpfung des Klimawandels zu finden und Unternehmen in diesen Prozess ein-zubinden.

Die Teilnahme namhafter Konzerne aus den USA zeigt, dass auch die amerikanische Wirtschaft Interesse hat sich den globalen Zielsetzungen zur Klimapolitik zu verschreiben. Die US-Regierung hatte sich hingegen bislang geweigert, das Kyoto-Protokoll zum Abbau von Treibhausgasen zu ratifizieren. Blair hat - neben Afrika - die Klimapolitik zum zentralen Thema der britischen G8-Präsidentschaft gemacht. Dabei sollen vor allem die Weichen für die Verhandlungen für das Kyoto-Folgeabkommen ab 2012 gestellt werden.

Die schwierigste Aufgabe dabei ist, die Amerikaner mit ins Boot zu bekommen. London geht nicht mehr davon aus, dass das Weiße Haus oder der US-Senat in dieser Phase kooperieren. Stattdessen versucht man die internationalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung alternativer Energiequellen und die wissenschaftliche Verständigung über den Klimawandel zu stärken. Kritiker befürchten bereits, Blair könne durch Kompromisse mit den Amerikanern den Kyoto-Prozess und das Insistieren auf klare Ziele für Emissionssenkungen gefährden.

Die Unternehmer-Gruppe, die auf Anregung des Weltwirtschaftsforums in Kooperation mit der britischen Regierung entstanden ist, soll über den G8-Gipfel hinaus erhalten bleiben und auch den künftigen Vorsitzenden der G8, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin 2006 und Bundeskanzler Gerhard Schröder 2007 mit Rat zur Seite stehen. Die Unternehmen sollen sich u.a. mit Fragen beschäftigen, wie sie Shareholder value durch ihr Engagement in der Klimapolitik schaffen können. Außerdem sollen sie Reaktionen auf neue Klimaregeln erarbeiten. Gedanken sollen sie sich schließlich darüber machen, wie energiehungrige Entwicklungsländer wie China oder Japan neue Energiequellen erschließen können, um die Verbrennung von Kohle zu verringern.

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