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26.01.2003

14:23 Uhr

Sprecher weisen Bericht zurück

Neue Gerüchte um Bankenfusion kochen hoch

Einem Pressebericht zufolge stehen die Hypo-Vereinsbank und die Commerzbank vor der Fusion. Doch die Banken dementieren.

HB/dpa MÜCHEN/FRANKFURT/HAMBURG. Die Hypo-Vereinsbank und die Commerzbank stehen nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vor einer Einigung über die Fusion zum größten Kreditinstitut Deutschlands. Die Institute seien sich über die wesentlichen Details eines Zusammenschlusses einig, schreibt der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe. Sprecher beider Banken wiesen den Bericht als Spekulation zurück.

Dem "Spiegel" zufolge will die Hypo-Vereinsbank die Commerzbank im Zuge eines Aktientausches übernehmen. Das neue Institut solle sich dann auf das Firmen- und Privatkundengeschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa konzentrieren. Das Auslandsgeschäft solle Gerhard Randa übernehmen, ehemals Chef der von der HVB übernommenen Bank Austria. Andere Geschäftszweige sollten verkauft oder auf das Profil des neuen Bank-Riesen zugeschnitten werden, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter. Die beiden Institute zusammen würden den derzeitigen Branchenprimus Deutsche Bank bei der Bilanzsumme deutlich überholen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der neue Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl einer möglichen Fusion mit der Commerzbank eine klare Absage erteilt. "Wir haben momentan Wichtigeres zu tun", betonte Rampl. Das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut wolle seinen Konsolidierungskurs im diesem Jahr noch einmal beschleunigen, da 2003 ein sehr schwieriges Jahr für die gesamte Branche sein werde. Auch Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte erst Mitte Dezember in einem Zeitungsinterview gesagt, eine schnelle Fusion sei nicht zu erwarten.

"Für uns dreht sich das Ganze einzig und allein um die Frage: Wird der Kapitalmarkt die Transaktion akzeptieren?", zitiert der "Spiegel" ein Vorstandsmitglied einer der Banken. Dem "Spiegel" zufolge hatten sich Rampl, Müller und der frühere HVB-Chef Albrecht Schmidt am vergangenen Donnerstag in München getroffen.

Die Verhandlungen seien in der Vergangenheit bereits mehrfach so weit gediehen gewesen, dass sogar Termine für die Verkündung des Deals angedacht worden seien, heißt es weiter. Zunächst hätten die Manager Ende Oktober oder Anfang November an die Öffentlichkeit treten wollen. In einem zweiten Anlauf sei erst Mitte Dezember vorgesehen gewesen, dann der 7. Januar. Kurz davor sei die Bekanntgabe aber von Rampl verschoben worden. Nach Darstellung von Insidern seien Wertberichtigungen bei der HVB Real Estate aufgetaucht, in der das Geschäft mit gewerblichen Immobilien gebündelt sei, schreibt das Magazin.

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Spekulationen über eine mögliche Fusion der beiden Banken gegeben. Der frühere Hypo-Vereinsbank-Chef Schmidt hatte die Gerüchte im Dezember selbst genährt, als er in einem Zeitungsinterview sagte, ein Zusammengehen mit der Commerzbank hätte eine "theoretische Logik". Zugleich hatte er aber auch betont, die Fusion stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung.

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