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30.05.2000

15:15 Uhr

Springer-Chef findet Kirchs Senderfamilie prinzipiell positiv

Sat.1 ziert sich nur ein bisschen

Noch ist bei Axel Springer nicht entschieden, ob sich der Medienkonzern an einer Senderfamilie beteiligen wird. Eine Alternative zum Verbund sieht aber auch Axel Springer nicht.

adn BERLIN. Der Medienkonzern Axel Springer Verlag sucht weiterhin nach einer Lösung für sein Engagement bei dem Fersehsender SAT.1. Springer-Chef August Fischer stellte am Dienstag in Berlin klar, dass er das von Kirch angestrebte Projekt einer "Senderfamilie", an der neben SAT.1 die Sender ProSieben, Kabel Eins und andere beteiligt wären, positiv sieht. Welche Rolle der Springer Verlag, der zu 41 % an SAT.1 beteiligt ist, in diesem Verbund spielen würde, ist aber noch nicht klar. Derzeit sei zwischen einem Verkauf der Anteile und einer möglichen Beteiligung an der Senderfamilie noch nicht entschieden, sagte Fischer. Der Zusammenschluss an sich stehe für ihn aber nicht in Frage, da SAT.1 allein sich auf dem Markt nicht gegen die RTL-Gruppe werde durchsetzen können, sagte der Vorstandschef.



Für das eigene Unternehmen setzt Fischer auf weiteres Wachstum mit dem Zeitschriften- und Zeitungsgeschäft vor allem im Ausland. Aber auch die übrigen Geschäftsfelder, zu denen Fernsehproduktionsfirmen und der Internet-Bereich gehören, sollen sich zu einem festen Standbein entwickeln. Im Konzern will das Unternehmen die Erlöse nach einer Steigerung um rund zwölf Prozent in den ersten vier Monaten um drei bis vier Prozent im Gesamtjahr steigern. Angesichts des guten Starts sei diese Prognose allerdings "hoffentlich überholt", sagte Finanzvorstand Falk Ettwein.



Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um rund acht Prozent auf 5,2 Mrd. Mark. Firmenkäufe schlugen sich dabei mit zusätzlichen Erlösen von 130 Mill. Mark nieder. Der Jahresüberschuss stieg wie bereits mitgeteilt um 6,6 % auf 295 Mill. Mark. Das operative Ergebnis ging jedoch leicht von 460 auf 436 Mill. Mark zurück. Vor allem Investitionen für Ausbau und Sicherung der Marktstellung, zum Beispiel für die Neugestaltung der Zeitschrift "Die Welt" und den Aufbau neuer Aktivitäten, kosteten den Konzern rund 150 Mill. Mark. Der dennoch höhere Gewinn resultiere aus einem niedrigeren Steueraufwand, hieß es. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um rund 450 auf 12.504 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt, wobei sich vor allem Firmenübernahmen in zusätzlichem Personal niedergeschlagen hätten.



Hauptumsatzträger waren 1999 Vertriebs- und Werbungserlöse im Bereich Zeitungen (unter anderem "Bild", "Die Welt"), die um 5,1 % auf rund 2,9 Mrd. Mark zulegten. Der Zeitschriftenumsatz stieg um 5,4 % auf rund 1,3 Mrd. Mark. In beiden Bereichen waren die Erlöse aus dem Verkauf annähernd konstant, während das Anzeigengeschäft bei Zeitungen um rund neun Prozent und im Zeitschriftenbereich um 13,6 % zulegte. Der Bereich Bücher steigerte seinen Umsatz von 92 auf 151 Mill. Mark, schrieb aber mit einem Minus von 17 Mill. Mark höhere Verluste als im Vorjahr (minus zehn Mill. Mark). Der Bereich Internet habe mit "weit über 20 Mill. Mark" zu den Erlösen beigetragen. Zwar verkaufte Springer im vergangenen Jahr seine Beteiligung von zehn Prozent an AOL Deutschland, jedoch werde das Multimedia-Geschäft weiterhin "ernst genommen", sagte Bereichsvorstand Ralf Kogeler. Internetgeschäft wird gebündelt So sollen die Internet-Aktivitäten künftig gebündelt werden. Details hierzu würden "in den kommenden Wochen" mitgeteilt. Nachdem sich "Euphorie und Hektik" in dem Markt nunmehr gelegt hätten, werde sich die "Content-Stärke" des Hauses mit seinen an die Zeitschriftenmarken angelehnten Internetseiten durchsetzen. In den für August geplanten Internetauftritt der Jugendzeitschriften soll ein zweistelliger Mill.betrag investiert werden. Am "Relaunch" des Angebots der "Bild"-Zeitung werde mit einem Team von 30 Personen gearbeitet. Auch die E-Commerce-Strategie werde "konsequent fortgesetzt". Springer ist auf diesem Gebiet unter anderem mit einer Beteiligung an dem Online-Buchhändler Booxtra vertreten.

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