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09.01.2003

14:05 Uhr

Staatliche Förderbank KfW sieht sich auf dem richtigen Weg

Mittelstand prüft behutsam neue Finanzierungsmodelle

VonPeter Köhler und Nicole Walter

Im vergangenen Jahr stellte das Handelsblatt in einer Serie innovative Finanzierungsmodelle für den Mittelstand vor. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass sich mittelständische Unternehmen bei der Suche nach Kapital diesen Modellen vorsichtig öffnen.

HB FRANKFURT/M. Die Nachfrage nach den Angeboten der großen Investmentbanken für den Mittelstand habe "sich stetig entwickelt", sagt Daniel Schmitz, Managing Director bei Goldman, Sachs & Co oHG in Frankfurt. Eine explosionsartige Zunahme sei aber ausgeblieben. Die Produktpalette der amerikanischen Investmentbank für den Mittelstand reicht von syndizierten Krediten, die nicht jederzeit fällig gestellt werden können, wenn die Unternehmensergebnisse stimmen, bis zu außerbörslichem Eigenkapital (Private Equity).

Laut Schmitz zeichnen sich bei so genanntem Mezzanine-Kapital zukünftig größere Tranchen ab, die zwischen 50 und 100 Mill. Euro tendieren. Mezzanine ist eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital, mit einer jährlichen festen Verzinsung und einer erfolgsabhängigen Vergütung, die zusammen mindestens 13 bis 15 % betragen. Eventuell kommt ein so genannter "Eigenkapital-Kicker" hinzu, der erfolgsabhängig am Ende der meist fünf- bis siebenjährigen Laufzeit gezahlt wird. Mezzanine erhöht die Eigenkapitalquote der Firmen, die damit neues Fremdkapital in mindestens gleicher Höhe aufnehmen können. Im Mittelstand schätze man die Flexibilität in der Rückzahlung und die weniger strengen Publizitätsvorschriften der Mezzanine-Finanzierung, meint Schmitz.

Der Durchbruch bei den Hochzinsanleihen von Unternehmen ("high yield Bonds") stehe dagegen noch aus. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2002 sei die Emissionstätigkeit abgeflaut. Als Gründe nennt Schmitz die Pflicht zur Veröffentlichung und auch die relativ großen Volumina: "Unter 100 Mill. Euro rechnet sich eine Unternehmensanleihe in der Regel nicht, idealerweise sollten es 200 Mill. bis 300 Mill. Euro sein".

Die Deutsche Beteiligungs AG sieht für 2003 vielfältige Investitionsmöglichkeiten. "Wir leiten dies unter anderem aus der Zahl potenzieller Beteiligungsmöglichkeiten ab, die wir selbst im Jahr 2002 geprüft haben - sie war deutlich höher als ein Jahr zuvor", sagt Vorstand Wilken von Hodenberg. In Familiengesellschaften fehle allerdings häufig eine zweite Management-Ebene, mit der ein Finanzinvestor nach dem Ausscheiden des Gründers oder Familiengesellschafters aus der Unternehmensleitung die Firma erfolgreich weiterführen kann. Dies stehe einer größeren Verbreitung von Private Equity-Engagements - also außerbörslichen Eigenkapitalbeteiligungen - im Wege.

Die Umsetzung des Vier-PunkteProgramms zur Sicherung der Mittelstandsfinanzierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist nach Angaben eines Sprechers sehr erfolgreich angelaufen. Die KfW habe im Jahr 2002 drei Globaldarlehen über zusammen 1,3 Mrd. Euro für die Mittelstandsfinanzierung ausgegeben, die Verbriefungen von Risiken aus Mittelstandskrediten erreichten den Angaben zufolge ein Gesamtvolumen von 6,77 Mrd. Euro. Über das Thema Standardisierung und Senkung von Bearbeitungskosten im Mittelstandskreditgeschäft - Stichwort "Kreditfabrik" - laufen derzeit Gespräche der KfW mit Banken und Verbänden. Dabei stoße die KfW auf "großes Interesse und positives Feedback." Eine "Kreditfabrik" könnte durch die Bündelung der Kreditsachbearbeitung hohe Stückzahlen erreichen und durch die Standardisierung die Kosten pro Kredit senken.

Quelle: Handelsblatt

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