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18.01.2001

16:30 Uhr

Stabwechsel für den 27. März vorgesehen

Opel-Aufsichtsrat will Forster als Hendry-Nachfolger

Der ehemalige BMW-Manager Carl-Peter Forster soll Nachfolger des scheidenden Opel-Chefs Robert Hendry werden. Der Aufsichtsrat will am 27. März den neuen Mann offiziell bestellen.

Hendry (links) und sein Nachfolger Forster

Hendry (links) und sein Nachfolger Forster

dpa FRANKFURT. Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG will zügig handeln. Bereits am 27. März soll der frühere BMW-Manager Carl-Peter Forster zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt werden. Zugleich wird das Gremium in seiner nächsten Sitzung Opel-Chef Robert Hendry vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen, wie dpa am Donnerstag erfuhr. Hendry hatte am Mittwoch nach Vorlage eines Milliarden-Verlustes für 2000 seinen Rücktritt angekündigt.

Forster kann seine Spitzenposition in Rüsselsheim voraussichtlich aber noch nicht am 1. April antreten. Dazu bedarf es noch der Zustimmung des Aufsichtsrates von BMW. Dort war der Volkswirt und Ingenieur für Luft- und Raumfahrt bis März 2000 im Vorstand für Produktion zuständig.

Forster gehörte zu den drei Vorstandsmitgliedern, die im Konflikt um den Ausstieg des Münchner Autoherstellers bei Rover kurzfristig ausschieden. Nach einem handfesten Streit mit BMW-Chef Joachim Milberg wegen des Rover-Desasters musste er vorzeitig seinen Vorstandssessel räumen. Ähnlich wie beim Wechsel von Milbergs Vorgänger Bernd Pischetsrieder zu Volkswagen besteht man in München auch in seinem Fall auf eine angemessene Schamfrist vor dem Wechsel zur Konkurrenz am Main.

Falls Forster erst zu einem späteren Zeitpunkt antritt, soll nach dpa-Informationen der bisherige stellvertretende Opel- Vorstandsvorsitzende Wolfgang Strinz zunächst die Geschäfte des angeschlagenen Automobilherstellers in Rüsselsheim leiten. Teile des Managements und der Arbeitnehmervertreter reagierten am Donnerstag erleichtert auf die Ankündigung von Hendry, er werde vorzeitig aus seinem bis 2003 gültigen Vertrag ausscheiden. Bislang hatte er immer wieder betont, er wolle erst gehen, wenn er seine Mission erfüllt habe.

"Nur mit einem raschen Wechsel an der Spitze können wir einen wirklichen Neubeginn schaffen", hieß es dazu am Donnerstag in der Zentrale. Statt der versprochenen Rückkehr in die Erfolgsspur war der Marktanteil von Opel in der nur zweijährigen Amtszeit von Hendry weiter gesunken. "Ein Ende der Personalspekulationen ist die einzige Chance, endlich aus den negativen Schlagzeilen herauszukommen", lautet der Tenor in Rüsselsheim.

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