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28.01.2003

14:33 Uhr

Stammzellenimport aus USA und Israel

Stammzellenforschung erneut genehmigt

Der Kölner Mediziner Jürgen Hescheler hat die bundesweit zweite Genehmigung zum Forschen an menschlichen embryonalen Stammzellen erhalten. Er werde versuchen, aus den Stammzellen Herzmuskelzellen herzustellen, teilte das zuständige Robert Koch-Institut am Dienstag in Berlin mit.

HB/dpa KÖLN/ BERLIN. "Wir sind sehr froh, weil wir über ein Jahr auf die Genehmigung gewartet haben", sagte Hescheler am Dienstag in Köln auf Anfrage. Seine Untersuchungen sollen zu neuen Therapien gegen Folgeschäden von Herzinfarkten führen.

"Es geht nun darum, schnell wissenschaftlich voranzukommen, um möglichst bald wieder an der internationalen Spitze dabei zu sein", erläuterte Hescheler. Durch eine unklare Rechtslage habe er bei seinen Forschungen rund zwei Jahre verloren. "Ausländische Labors sind in der Zwischenzeit experimentell vorangekommen." Er habe die Genehmigung, menschliche embryonale Stammzellen aus den USA zu importieren. "Israel wird eine zweite Quelle sein."

Der Herzspezialist ist Direktor des Instituts für Neurophysiologie der Universität zu Köln. Er habe bereits anhand embryonaler Stammzellen der Maus gezeigt, dass sich die daraus entwickelten frühen embryonalen Herzzellen in geschädigtes Herzgewebe einbauen lassen und dabei die Herzfunktion verbessern können, teilte die Universität mit.

Hescheler bearbeitet sein Forschungsprojekt nach Angaben der Universität gemeinsam mit Prof. Armin Welz von der Klinik für Herzchirurgie der Universität Bonn. Die importierten Stammzellen würden dazu eingesetzt, Grundlagenaspekte der Herzentwicklung zu untersuchen und zu prüfen, ob die aus Stammzellen gezüchteten Herzzellen für Transplantationszwecke brauchbar sind. Hescheler sieht noch keine Einsatzmöglichkeit in klinischen Studien am Menschen, da die importierten Zellen nicht die entsprechende Qualität hätten.

Hierzu müssten neue Stammzelllinien geschaffen werden. Der Mediziner arbeitet bereits seit über 14 Jahren mit embryonalen Stammzellen der Maus. Nach Angaben der Universität hat er bedeutende Arbeiten über grundlagenwissenschaftliche aber auch klinische relevante Aspekte der Stammzellen erarbeitet. Er habe wichtige Pionierleistungen zur Etablierung der Stammzellforschung mit ihrer Anwendung in der Transplantationsmedizin erbracht. Eine erste Genehmigung zum Import von menschlichen embryonalen Stammzellen hatte der Bonner Wissenschaftler Oliver Brüstle im Dezember erhalten. Er möchte sie in Zellen des Nervensystems umwandeln.

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