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05.03.2003

16:06 Uhr

Star-Sparprogramm bringt gewünschten Erfolg

Post-Pakete bringt künftig DHL

Die Deutsche Post sieht sich auf dem besten Weg, mit ihrem Restrukturierungsprogramm "Star" den für 2003 angepeilten Ergebnisbeitrag von zusätzlichen 350 Millionen Euro zu erreichen. Zugleich kündigte der Konzern am Mittwoch an, von April an den Paketdienst auf die Tochter DHL zu übertragen.

Reuters BONN. "Wir sind sehr optimistisch, dass wir die 350 Millionen dieses Jahr erreichen werden", sagte Post-Vorstandsmitglied Frank Appel in Bonn. Die Post habe durch das Ende Oktober gestartete Programm bereits 86 Millionen Euro eingespart. Bis 2005 will der Konzern das Ergebnis durch "Star" um 1,4 Milliarden Euro verbessern.

In zahlreichen Bereichen habe der Konzern bei der Integration der übernommenen Logistik-Tochter DHL und dem Speditionsunternehmen Danzas Fortschritte gemacht, sagte Appel weiter. Einsparungen beziehungsweise erhöhte Ergebnisbeiträge seien unter anderem durch das Zusammenlegen von IT-Infrastruktur sowie durch Synergien im Abwicklungsbereich, beim Einkauf und bei der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden entstanden.

Auf Grund der ersten Erfolge von Star erwartet die Post, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) bis 2005 auf 3,1 Milliarden Euro zu steigern. 2002 hatte das Ebita nach vorläufigen Zahlen 2,4 Milliarden Euro betragen. Im Zuge der Integration ihres Frachtdienstleisters DHL verleiht die Post ihrem Paketgeschäft ein neues Gesicht.

Paketkunden werden in wenigen Monaten nicht mehr von der "gelben Post" bedient, sondern von der zum Konzern Deutsche Post World Net (DPWN) gehörenden DHL. Briefe würden aber weiter von den bekannten Postboten zugestellt. "Danzas und die Deutsche Post Euro Express werden in die Marke DHL gedrückt, da DHL weltweit sehr bekannt ist", sagte Vorstandsmitglied Appel. Am 1. April werde die Post eine nationale und internationale Werbekampagne starten, die den Markennamen DHL bekannt machen solle und für die die Post insgesamt 125 Millionen Euro ausgeben werde. Im Rahmen dieser Umfirmierung sollen unter anderem die rund 60.000 Fahrzeuge der Post umgespritzt werden. Die Paketzusteller erhalten neue Uniformen und die zu DHL gehörenden Frachtflugzeuge werden bei Neuanschaffungen mit dem roten DHL-Schriftzug auf postgelbem Grund lackiert.

Finanzvorstand Edgar Ernst bekräftigte am Mittwoch das grundsätzliche Interesse an einer Übernahme der staatlichen österreichischen Post. "Wir haben unser Interesse ja schon in der Vergangenheit bekundet, aber ob es dazu kommen wird, liegt nicht in unserer Hand." Eine untergeordnete Position komme dabei nicht in Frage. "Es war schon immer unser Ziel, bei Akquisitionen die unternehmerische Führung zu halten. Dies muss aber nicht immer eine Mehrheitsbeteiligung sein."

Zu den jüngst verstärkt von den Ratingagenturen ins Visier genommenen Pensionsverpflichtungen deutscher Großunternehmen sagte Ernst, für die Post komme eine Verschiebung ihrer Pensionsverpflichtungen in Fonds nicht in Frage, wie dies in angelsächsischen Ländern üblich sei. "Es wäre völlig falsch, die Pensionsverpflichtungen aus der Bilanz herauszunehmen." Im Konzern sei die Rendite der derzeit 6,2 Milliarden Euro an Pensionsrückstellungen höher als in ausgelagerten Pensionsfonds.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte vor kurzem das Kreditrating von Thyssen Krupp wegen der Pensionsrückstellungen herabgestuft und das Kreditrating der Deutschen Post auf "Credit Watch negative" gesetzt, was eine mögliche künftige Herabstufung bedeuten könnte.

Der Finanzchef der Post eröffnete am Mittwoch den ersten "Capital Markets Day" der Post, der künftig mehrmals jährlich Analysten und Investoren mit leitenden Managern der Post unterhalb der Vorstandsebene zusammenbringen soll. Dadurch will die Post ihre Finanzkommunikation verbessern. Privataktionäre der Post können per Internet an den Veranstaltungen teilnehmen.

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