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23.01.2001

17:24 Uhr

Starkes Wachstum erwartet

SAP spürt keine Delle

Der deutsche Softwareriese SAP AG erwartet auch im laufenden Jahr ein starkes Wachstum. Nachdem der Konzern aus dem nordbadischen Walldorf im abgelaufenen Jahr seinen Umsatz um 23 % auf 6,2 Mrd. Euro steigern konnte, sollen die Erlöse in diesem Jahr in gleicher Größenordnung zulegen. Noch größer soll das Plus beim Ertrag sein. "Wir rechnen damit, die Marge wie im Vorjahr leicht verbessern zu können", erklärte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann gestern in Frankfurt. Das würde eine operative Rendite von 22 % bedeuten.. Analystenstimmen: Stimmung ist bullish

koe FRANKFURT/M. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab der Kurs der SAP-Vorzugsaktien leicht nach. Dennoch konnte sich das SAP-Papier erstaunlich gut halten. Experten hatten wegen der Kurszuwächse von über 50 % in den vergangenen zwei Wochen mit Gewinnmitnahmen gerechnet. Selbst die Reduzierung des Umsatzziels für 2001 belastete den Kurs kaum, da Analysten einen solchen Schritt erwartet hatten. Ursprünglich wollte SAP die Erlöse zwischen 1999 und 2001 auf 8,6 Mrd. Euro steigern. "Für dieses Ziel werden wir jetzt ein Quartal mehr benötigen", sagte Kagermann.

Von einer Nachfrageschwäche sei nichts zu spüren, auch nicht in den USA, so Kagermann weiter: "Unsere Pipeline ist gut gefüllt. Das lässt einiges erwarten". Offensichtlich erfreut sich die Internet-Plattform "mySAP.com" wachsender Nachfrage. Mittlerweile stammt gut die Hälfte der um 27 % auf 2,4 Mrd. Euro gestiegenen Lizenzumsätze vom neuen Internetprodukt. Gleichzeitig ist es dem SAP-Management wie versprochen gelungen, die explodierenden Kosten besser in den Griff zu kriegen. Mit einem Plus von 21 % auf 5 Mrd. Euro stiegen sie deutlich geringer als die Umsätze (plus 23 %). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bewegte sich mit 794 Mill dagegen auf Vorjahresniveau.

Nach den Worten des Co-Vorstandsprechers und SAP-Mitgründer Hasso Plattner profitiert SAP davon, dass sich Unternehmen angesichts der unsicheren Konjunktursituation auf die großen Software-Anbieter konzentrieren. "Uns werden ,mögliche IT-Kürzungen nicht sehr treffen", sagte Plattner. So konnte SAP mit dem US-Tabakkonzern Philip Morris aktuell einen der größten Aufträge in der Unternehmensgeschichte gewinnen. Ein Auftragsvolumen wurde nicht genannt.

Positiv beurteilte Plattner auch das zuletzt kriselnde US-Geschäft. In der Region Amerika konnte SAP seinen Umsatz um 12 % steigern, getrieben allerdings auch durch einen schwachen Euro. Auf den Konzernumsatz hat der Währungseffekt nach SAP-Angaben rund 9 % betragen. In einem Interview mit dem Handelsblatt erklärte Plattner, dass SAP in Amerika wieder mehr Geld verdient habe. Auch künftig sei Ertragswachstum wichtiger als eine Ausweitung des Umsatzes.

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