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25.05.2000

14:35 Uhr

lip HAMBURG. Der Stromanbieter Abos Energie AG, Hamburg, bereitet sich auf den Gang an den Neuen Markt vor. "Wir streben im Frühjahr 2001 eine Aktiennotierung am Wachstumssegment der Frankfurter Wertpapierbörse an", erläutert der Vorstandsvorsitzende Ralf Breitenfeldt. Bis zum Monatsende soll das Grundkapital auf 250 000 Euro aufgestockt werden. Daran ist der Vorstandschef mit 60% beteiligt. Weitere 30% liegen bei dem Hamburger Finanzdienstleister Interpart Beratungs GmbH. Der Rest werde von privaten Investoren gehalten, deren Namen er nicht nennen wollte.

Im Zuge weiterer Kapitalerhöhungen dürfte sich der Aktionärskreis allerdings noch erweitern. So werden derzeit Gespräche mit der Michael Telecom AG, Bohmte/Osnabrück, geführt, die sich möglicherweise an dem Börsenkandidaten beteiligen wird. Zum Hintergrund: Die Abos-Gruppe hat bereits einen Vertriebsvertrag mit der Michael Telecom AG geschlossen, die über einen direkten Zugang zu rund 2 250 Unternehmen der Elektro- und Telekommunikationsbranche verfüge.

Breitenfeldt hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Bereits im laufenden Geschäftsjahr sollen rund 150 000 Strom-Lieferverträge abgeschlossen werden. Davon entfallen etwa 70 % auf private Kunden und der Rest auf Gewerbebetriebe. Im Jahr des Börsengangs sollen weitere 290 000 Kunden hinzukommen.

Da das Unternehmen erst Anfang des Jahres gestartet ist, verfügt es derzeit nur über 2 800 Stromverträge. Für 2000 werde bei einem Umsatzziel von 100 Mill. DM ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt. In 2001 will der Vorstand bei einem Umsatz von rund 500 Mill. DM bereits einen "zweistelligen Gewinn nach Steuern" erwirtschaften.

Der Strom werde einheitlich zu 23 Pfennig je Kilowattstunde angeboten. Außer einer einmaligen Anschlussgebühr von 60 DM würden keine Aufschläge oder eine monatliche Grundgebühr verlangt. Die Mindestvertrags-Laufzeit liege bei einem Monat.

Der Stromanbieter will sich mehrere Standbeine schaffen. So sollen künftig auch Telekommunikationsleistungen sowie Gas verkauft werden. Das Erdgas will die Abos-Gruppe aus Osteuropa beziehen. Nähere Angaben hierzu wurden aber nicht gemacht.

Um das Unternehmen bekannter zu machen, bietet Abos als Marketing-Gag "guten Strom" an. Er wird mit einem Aufschlag von einem Pfennig pro KwH verkauft. Die Gesellschaft zahlt bei Abschluss eines solchen Vertrages 40 DM in eine in Gründung befindlichen Stiftung ein, für Gewerbekunden werden 100 DM fällig. Aus diesem Topf sollen soziale Einrichtungen gefördert werden.

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