Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2003

07:05 Uhr

Start der eigenen US-Börse Anfang 2004 in Chicago

Eurex sucht neue Partnern in den USA

VonUdo Rettberg

Die weltgrößte Terminbörse Eurex will Anfang 2004 mit einer eigenen US-Börse vom Standort Chicago aus an den Start gehen. Zudem befindet sich die erfolgreichste Börse für derivative Finanzinstrumente (wie Optionen und Futures) seit Monaten in Gesprächen mit anderen US-Börsen und Clearinghäusern.

FRANKFURT/M. Die weltgrößte Terminbörse Eurex will Anfang 2004 mit einer eigenen US-Börse vom Standort Chicago aus an den Start gehen. Zudem befindet sich die erfolgreichste Börse für derivative Finanzinstrumente (wie Optionen und Futures) seit Monaten in Gesprächen mit anderen US-Börsen und Clearinghäusern. "Die Eurex hält sich am US-Markt alle Optionen offen", sagt Rudolf Ferscha, Vorstand der Eurex.

Kooperationsgespräche führt die Eurex auch mit der in Jersey City ansässigen vollelektronisch organisierten US-Börse BrokerTec Global. Diese im Jahr 1999 von 14 weltweit führenden Banken - darunter auch Deutsche Bank und Dresdner Bank - gegründete Börse für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren hat ihr Geschäft im November des Jahres 2001 auf Zins-Derivate erweitert. In Presseberichten hieß es, die Eurex wolle das Derivategeschäft von BrokerTec übernehmen. So hätte die Eurex direkten Zugang zu Derivaten auf US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von fünf, zehn und dreißig Jahren.

Bereits Anfang 2003 hatte der börsennotierte britische Bondhändler ICAP das Anleihengeschäft von BrokerTec für 240 Mill. $ auf dem Wege eines Aktientauschs übernommen. Die Banken erhielten für den Verkauf ihrer BrokerTec-Beteiligung 15 % am ICAP-Aktienkapital. In Frankfurt hieß es, die Eurex verhandele auf Druck der bisherigen BrokerTec-Eigner - der 14 Banken also - über eine Kooperation und/oder Übernahme des unter BrokerTec Futures Exchange firmierenden Terminhandelsbereichs. Zu einer Einigung ist es noch nicht gekommen, wie aus Eurex-Kreisen verlautete. Es sei im Interesse der Eurex, sich durch die Übernahme einer existierenden US-Börse einen zeitaufwendigen Genehmigungsprozess für den Zins-Terminhandel in den USA zu ersparen, hieß es dazu in Chicago.

Neben dem Zinsbereich denkt die Eurex über eine stärkere Position bei Aktien, Rohstoffen und im Clearing nach. Als mögliche Partner bei Aktien und Rohstoffderivaten gelten die International Securities Exchange (ISE) in New York und die Intercontinental Exchange in Atlanta. ISE-Chef David Krell lehnte gegenüber dieser Zeitung einen Kommentar zu diesen Spekulationen ab. Gespräche gibt es zwischen dem Clearinghaus BOTCC (Board of Trade Clearing Corp) und der Eurex. Der Versuch des Noch-Eurex-Partners Chicago Board of Trade, die BOTCC zu übernehmen, scheiterte zuletzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×