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29.01.2002

19:00 Uhr

Start von UMTS-Diensten für Herbst dieses Jahres anvisiert

Aus D2 Vodafone wird Vodafone D2

Die Strategie des britischen Konzerns Vodafone, eine Dachmarke zu etablieren, kommt nur zögerlich voran. Weniger zögerlich treiben die Briten den UMTS-Start voran.

slo DÜSSELDORF. Der Name D2 ist nicht tot. Die Marke bleibt zumindest Teil des Firmennamens der ehemaligen Mannesmann Mobilfunk GmbH. Das zum dem britischen Konzern Vodafone Plc. gehörende Düsseldorfer Unternehmen heißt seit wenigen Tagen Vodafone D2 GmbH. Die Endkunden sollen sich jetzt langsam daran gewöhnen, dass D2 nach und nach aus dem Markennamen verschwindet und am Ende nur Vodafone übrig bleibt.

Vodafone-D2-Chef Jürgen von Kuczkowski nannte dies gestern bei der Vorstellung des Markenwechsels einen "behutsamen" Übergang. Branchenexperten sprechen dagegen von einer stockenden Integration der deutschen Tochter in den weltweit größten Mobilfunkkonzern Vodafone. Das Gleiche gilt für die italienische Tochter Omnitel. "Das Konglomerat aus Einzelgesellschaften wächst offenbar auf Grund von Machtkämpfen mit der Zentrale nicht so schnell zusammen wie geplant", sagt ein Londoner Analyst. Vodafone-Konzernchef Chris Gent habe die Geschäftsführer seiner Beteiligungen noch nicht von den Vorteilen eines Verbunds überzeugen können.

Vor knapp zwei Jahren hat Vodafone den Mannesmann-Konzern und damit D2 und Omnitel übernommen. Seit etwa einem Jahr treiben die Briten ihre Strategie voran, die europäische Dachmarke Vodafone zu etablieren und länderübergreifende Produkte zu entwickeln. "Doch noch kommen die viel beschworenen Synergien dabei nicht zum Vorschein", sagt Robert Vinall, Analyst bei der DZ Bank. Dennoch honorieren Analysten die guten Umsatzzahlen und die zunehmende Ertragsstärke des Konzerns und der deutschen Tochter. "Vodafone profitiert von dem langsameren Marktwachstum. Die Margen steigen, und die ohnehin schon beneidenswerte Bilanz wird verbessert", schreiben Analysten von UBS Warburg in einer Studie.

In Deutschland hat D2 seine Position als Marktführer - gemessen an der Anzahl der Kunden - zwar an T-Mobile verloren, dafür hat die Vodafone-Tochter aber nach Analystenschätzungen die höheren Umsätze pro Kunde: D2-Kunden setzen im Monat durchschnittlich 38 Euro um, T-Mobile-Kunden 4 Euro weniger. D2 hat weniger als 22 Millionen Kunden, T-Mobile 23,1 Millionen.

D2-Chef von Kuczkowski kündigte gestern ebenso wie die Mobilcom AG den Start neuer UMTS-Dienste für Herbst dieses Jahres in einigen Ballungszentren an. "Vorausgesetzt, es gibt keine technischen Probleme", sagte Kuczkowski. Die Konkurrenz wie T-Mobile geht von einer etwas späteren kommerziellen UMTS-Einführung aus. Denn technische Probleme sind nach Ansicht von Branchenexperten programmiert. "Über UMTS-Pilotversuche wird man in diesem Jahr daher nicht hinauskommen", sagt Vinall. Mit nennenswerten UMTS-Umsätzen wird daher erst 2004 gerechnet.

UMTS soll eine Fülle von neuen mobilen Datendiensten möglich machen. Einen Teil der heutigen mobilen Internetangebote von D2 bietet das Portal Vizzavi, das Vodafone gemeinsam mit dem französischen Konzern Vivendi betreibt. Nach mehreren Verzögerungen ist Vizzavi im Dezember in Deutschland an den Start gegangen. Da das Konzept die Kunden nicht überzeugt, ist ein Stellenabbau geplant. Aus dem Umfeld des Unternehmens heißt es, dass voraussichtlich mehr als die angekündigten 100 der insgesamt 800 Stellen in Europa gestrichen werden.

18.1.2002

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