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02.01.2003

13:08 Uhr

Stellanabbau offen

KPMG mit leichtem Umsatzplus

Die Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG hat trotz der Konjunkturflaute zugelegt, das ursprünglich angepeilte zweistellige Wachstum jedoch verfehlt. Im Rumpfgeschäftsjahr 2002 (30. September) erzielte KPMG Deutschland ohne die ausgelagerte Beratungssparte gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 6,3 % auf mehr als 763 Mill. ?.

HB/dpa BERLIN. Damit übertraf Deutschlands größte Prüfungsgesellschaft auch das Wachstum des weltweit tätigen Gesamtkonzerns KPMG International, der um 3,9 % auf 10,72 Mrd. $ (10,23 Mrd Euro) zulegte.

Zum laufenden Geschäftsjahr 2002/03 teilte KPMG Deutschland am Donnerstag in Berlin mit, die "derzeit noch nicht klar definierten Maßnahmen zur Konjunkturbelebung" führten zu großer Unsicherheit bei Unternehmen. Dies habe auch Auswirkungen auf Dienstleister. Daher werde "ein moderates Wachstum im einstelligen Bereich" erwartet. Zu einem möglichen massiven Stellenabbau wurden keine näheren Angaben gemacht. "Es ist noch nichts entschieden", sagte ein KPMG-Sprecher. Mitte Dezember hieß es, es könnte rund 300 Entlassungen geben. Nach Zeitungsberichten sollen bis zu 700 Stellen auf dem Spiel stehen. Zuletzt waren bei KPMG in Deutschland etwa 7 000 Beschäftigte tätig.

Zum Rumpfgeschäftsjahr 2002 sagte KPMG-Deutschland-Chef Harald Wiedmann: "Das ist ein stabiles Wachstum in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld." Im Frühjahr hatte KPMG Deutschland noch ein zweistelliges Wachstum angepeilt. 2001 wurde nach einem Plus von 25 % ein Rekordumsatz von knapp 1,5 Mrd. ? erzielt, allerdings einschließlich Beratungssparte.

KPMG hatte sich im Juni in Deutschland komplett von der Beratungssparte KPMG Consulting AG (KCA) getrennt und sie für 685 Mill. $ an die börsennotierte US-Gesellschaft KPMG Consulting, Inc. (KCIN) verkauft. Die Rufe nach einer Trennung von Prüfung und Beratung in der Branche allgemein waren nach mehreren internationalen Bilanzierungsskandalen lauter geworden.

"Durch den Verkauf der KCA haben wir dem Postulat der strikten Trennung von Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung in vollem Umfang Rechnung getragen", erklärte Wiedmann. Die Gründung einer Kontrollinstanz unter dem Dach der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sei ein "richtiger Weg". Übergeordnetes Ziel müsse sein, die Einhaltung geltender Standards zu gewährleisten.

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