Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2002

20:08 Uhr

Stellenabbau angekündigt

Swiss Life mit Gewinnwarnung

Der Lebensversicherungskonzern Rentenanstalt/Swiss Life hat am Donnerstag eine Gewinnwarnung für das Jahr 2001 abgegeben. Das Unternehmen teilte nach Börsenschluss mit, dass der Jahresgewinn deutlich unter den Analystenerwartungen liegen wird.

rtr ZüRICH. Weiter kündigte das Unternehmen ein drastisches Sparprogramm an, das auch zu einem Stellenabbau führen wird. Der Gewinn werde klar unter der auf der Internetseite des Unternehmens (www.swisslife.com) angeführten Konsensusschätzung von 375 Mill. sfr der Schweizer Analysten liegen, sagte Swiss Life-Sprecher Christoph Braschler auf Anfrage.

Rentenanstalt werde 2001 aber keinen Verlust ausweisen. "Es wird einen Gewinn geben," so Braschler. Weiter hiess es, dass der Verwaltungsrat voraussichtlich einen Dividendenverzicht beantragen wird. Für 2000 hatte Rentenanstalt 18 sfr Dividende je Aktie bezahlt.

Swiss Life hatte zuletzt Ende September bekräftigt, dass der von hohen realisierten Kapitalgewinnen begünstigte Gewinn 2000 von 924 Mill. sfr nicht erreicht wird. Finanzchef Dominique Morax wollte damals angesichts der angespannten Lage an den Finanzmärkten keine Gewinnschätzung abgeben.

Den Angaben zufolge beschloss der Rentenanstalt-Verwaltungsrat am 28. Januar ein Kostensenkungsprogramm. Damit sollen 20 % der Betriebsaufwendungen, die im Jahr 2000 rund 3,4 Mrd. sfr betrugen, eingespart werden. Das Programm werde bereits im laufenden Jahr wesentliche Wirkungen zeigen. "Es muss davon ausgegangen werden, dass es einen Stellenabbau geben wird," sagte Braschler. Die Details des Sparprogramms würden derzeit ausgearbeitet; er wollte aber keine Angaben zum Ausmass des Arbeitsplatzabbaus nennen.

Laut Swiss Life trugen zwei Faktoren entscheidend zu einem unbefriedigenden Ergebnis 2001 bei; einerseits der Kurseinbruch an den Aktienmärkten und andererseits der behördlich festgelegte Mindestzinssatz von vier Prozent in der beruflichen Alters- Hinterbliebenen- und Invalidenvorsorge (BVG) in der Schweiz. Rentenanstalt werde als Marktführer im kollektiven Lebensversicherungsgeschäft von den "nicht mehr marktkonformen Rahmenbedingungen" besonders hart getroffen, hiess es. Das Unternehmen kündigte an, unter anderem auch Massnahmen im BVG-Geschäft zu prüfen.

Die Rentenanstalt-Aktien haben in diesem Jahr knapp 13 % verloren, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr fast die Hälfte ihres Werts eingebüsst hatten. Alleine am vergangenen Mittwoch waren sie 5,1 % abgesackt und am Donnerstag gaben die Titel erneut 1,6 % auf 625 sfr nach. Der DJ StoxxInsurance-Index tendierte 0,4 % tiefer.

Über den detaillierten Abschluss 2001 will Swiss Life am 11. April in Zürich orientieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×