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26.03.2003

15:53 Uhr

Stellenabbau könnte höher als geplant ausfallen

Thomas Cook leidet unter Reiseflaute

Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook liegt aufgrund der Irak-Krise gegenüber dem schon schwachen Vorjahr weiterhin deutlich im Minus. Nach Angaben vom Mittwoch beträgt der Rückstand bei den gebuchten Umsätzen für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 derzeit 6,1 %. Für die seit November laufende Wintersaison lägen die Buchungsumsätze knapp auf Vorjahresniveau, für die doppelt so umsatzstarke Sommersaison dagegen noch um 9,2 % unter dem Vorjahr, teilte Cook mit.

Reuters FRANKFURT. Im ersten Quartal seines Geschäftsjahres von November bis Januar steigerte Thomas Cook seinen Umsatz um 7,4 % auf 1,12 Mrd. Euro. Die Zahl der Urlauber erhöhte sich um gut 5 % auf 1,5 Mill.. Das operative Ergebnis ging dagegen um 4,5 % zurück, so dass der im Winterquartal übliche Verlust sich um gut 9 Mill. Euro auf 213,4 Mill. Euro erhöhte.

Auch andere Reisekonzerne wie Marktführer TUI hatten in den vergangenen Wochen deutliche Rückstände gegenüber dem Vorjahr vor allem in der Sommersaison gemeldet. Die anhaltende Unsicherheit über die weltpolitische Lage spiegele sich in der Nachfrage nach Reisen deutlich wider, erklärte Cook am Mittwoch. Zwar würden sich Verbraucher in den Reisebüros in großem Umfang mit Reisekatalogen versorgen. "Allerdings schlägt sich dieses Interesse noch nicht in Buchungen nieder", hieß es bei Cook.

Thomas Cook hatte bereits vor einem Monat sein Sparpaket für dieses Jahr auf 250 Mill. Euro erhöht. Der bisher geplante Abbau von rund 500 Stellen könne auch höher ausfallen, hatte Cook-Chef Stefan Pichler gesagt. Auch der TUI-Konzern beschleunigte Anfang dieser Woche seinen Sparkurs für 2003. Bei einem Sparvolumen von 260 Mill. Euro könnten in diesem Jahr bis zu 2 000 Stellen wegfallen.

Die Reisebranche hofft auf ein schnelles Ende des Irak-Krieges, damit dann viele Menschen doch noch einen Urlaub für dieses Jahr buchen könnten. Bei einem länger anhaltenden Krieg werden massive Buchungseinbußen befürchtet. Seit Beginn des Irak-Kriegs wurden nach Angaben aus der Reisebranche nochmals weniger Flugreisen gebucht als in den Wochen davor. Zuwächse verzeichnen derzeit nur die Anbieter von sehr günstigen Last-Minute-Reisen oder die so genannten Direktanbieter mit ebenfalls sehr preiswerten Reisen.

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