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22.02.2002

07:00 Uhr

Das Steuer-Spar-System erscheint in optisch unveränderter Form, obwohl die Entwickler nicht geschlafen haben. Die Dreiteilung des Bildschirms fällt sofort ins Auge. Während links die Eingaben gemacht werden, wird im mittleren Fenster zu allen angeforderten Daten eine ausführliche Erläuterung gegeben. Auf der rechten Seite findet man den Navigationsbaum und kann darüber an jede Stelle des Programms springen. Kurzinterviews erleichtern die Auswahl. Auf Wunsch führt der Steuerberater im Hintergrund, kurz der "rote Faden" genannt, durch das Programm. Positiv fällt der DIN-A-4-große gelbe Steuerordner auf. Hier können die Steuerunterlagen gesammelt werden. Ein Schwachpunkt: Staffelkäufe von Wertpapieren. Wer im Laufe eines Jahres dieselben Wertpapiere nachkauft und zu unterschiedlichen Zeiten verkauft, muss den Durchschnittskurs ermitteln. Leider erklärt dieses Programm das Problem lediglich in der Hilfe.

Taxman 2002 präsentiert sich in gewohnter Form. Sowohl Neueinsteiger als auch Vorjahresnutzer kommen mit Taxman 2002 auf Anhieb gut zurecht. Der Interviewmodus kann jederzeit ein- und ausgeschaltet werden. Der gelungene Navigationsbaum auf der linken Seite des Programmfensters sorgt dafür, dass man den Überblick nicht verliert. Auch die Bedienungsführung ist gelungen. In den Bereichen Telefonkosten, Reisekosten, private Veräußerungsgeschäfte (Wertpapiere) und Kinder wurden die Eingabemöglichkeiten verbessert. So können nun für Telefonkosten mehrere Anschlüsse sowie Reisekosten für diverse Inlandsreisen eingegeben werden. Die Ermittlung des steuerpflichtigen Spekulationsgewinns, wenn zum Beispiel dieselben Aktien zu unterschiedlichen Zeitpunkten erworben worden sind, ist verbessert worden. Eine weitere Besonderheit dieses Programms ist die Gebührenrechnung, die ein Steuerberater verlangt hätte.

t@x 2002 Professional hat die größte optische Veränderung über sich ergehen lassen. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Bildschirm zeigt sich viergeteilt. Themenliste, Navigator und Eingabebereich sind aus dem Vorjahr bekannt und übersichtlich. Jetzt gesellen sich im rechten Bereich noch die ständig anwesenden Hilfetexte hinzu. Hier haben die Programmierer offensichtlich die Steuerlaien im Visier, da die Vorjahresversionen vor allem von Profis und Steuerkundigen eingesetzt worden sind. Dieser Personenkreis verzichtet gern auf Multimediaunterstützung, da es ihm vor allem auf die schnelle und komfortable Eingabe der Steuerdaten ankommt. Nettes Detail: Mit dem Belegassistenten lassen sich Ihre Steuerbelege gut erfassen. Sie müssen lediglich die Kategorie Ihrer Kosten wählen. Die Zuordnung erfolgt dann durch das Programm automatisch.

Sparbuch 2002, besser bekannt als Wiso, steht den anderen Herstellern in nichts nach. Nachdem man sich für den Experten- oder den Interviewmodus entschieden hat, wird man durch das Programm geführt. Die Unterteilung der einzelnen Gruppen ist gelungen, die Eingabe zu den Arbeitsmitteln gut. So werden typische Kosten (Büromöbel, Software, PC) direkt abgefragt. Detaillierte Unterteilungen sorgen dafür, dass nichts vergessen wird. Wo viel Licht ist, fällt aber auch Schatten. Der Anwender muss sich zum Teil durch extrem lange Untermenüs klicken, soll die Einkommensteuererklärung am Ende fehlerfrei sein. Damit die Finanzbeamten den Sparbuch-2002-Anwendern nicht sofort negativ gegenüber eingestellt sind, haben die Programmierer auf Kritik reagiert und das Anschreiben an den Fiskus neutral formuliert. Denn vor einem Jahr hieß es noch: "...für eine wohlwollende und zügige Bearbeitung bedanke ich mich im Voraus...".

QuickSteuer Deluxe 2002 bietet eine Kombination aus Kurzinterviews und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Obwohl QuickSteuer Deluxe 2002 ebenfalls aus der Softwareschmiede von Lexware stammt, ist die Optik und der Funktionsumfang gegenüber Taxman 2002 unterschiedlich. So findet man den Navigationsbaum von Taxman nur über die Funktion Quicklotse. Gelungen und gut platziert ist der Belegassistent, der auf der linken Bildschirmseite angeordnet ist. QuickSteuer Deluxe 2002 eignet sich gut für den Steuerlaien, der durch den Steuerdschungel geführt werden und schnelle Hilfe finden möchte. Die Zugabe von "Onkel Konz" (1 000 legale Steuertipps) ist nicht wirklich notwendig.

Mit dem neuen Steuer-Sparpaket ist dem Computer-Verlag Data-Becker kein großer Wurf gelungen. So ist es grundsätzlich vorgesehen, die Eingaben direkt in das Formular der Einkommensteuererklärung vorzunehmen. Zwar kann auch ein Interviewmodus aufgerufen werden, der allerdings den anderen Herstellern unterlegen ist. Bei vielen Bearbeitungspunkten gibt es Schwierigkeiten. So können Umzugskosten nur in einer Summe eingegeben werden. Zudem ist der in der Hilfe genannte Umzugskosten-Pauschbetrag für Ledige falsch. Ab dem 1.1.2001 gilt ein Betrag von 1 027 DM und nicht 1 009 DM. Die Berechnung der Einkommensteuer und des Solidaritätszuschlages ist zwar zutreffend; allerdings setzte das Programm trotz Angabe, dass beide Steuerpflichtige römisch-katholisch sind, keine Kirchensteuer fest. Das Programm eignet sich für einfache Steuerfälle, aber wer benötigt dafür wirklich ein Steuerprogramm?

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