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26.01.2003

15:34 Uhr

Steuersätze wie in der EU denkbar

Liechtenstein zu Quellensteuer bereit

An dem Bankgeheimnis will das Fürstentum, das vielen Deutschen als Steueroase dient, aber weiter festhalten.

dpa HAMBURG. Liechtenstein ist bereit, eine Quellensteuer auf die Zinserträge von Ausländern einzuführen, beharrt aber fest auf dem Bankgeheimnis. In den anstehenden Verhandlungen mit der EU werde das Fürstentum voraussichtlich ein Modell vorschlagen, wie es die Schweiz angeboten hatte, sagte der Präsident des Liechtensteiner Bankenverbandes, Adolf Real, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Liechtenstein ist eine bei Deutschen beliebte Steueroase. Die Steuersätze für die Quellensteuer könnten der EU-Ausnahmeregelung für Belgien, Österreich und Luxemburg entsprechen, sagte Real. Diese drei Länder werden eine Quellensteuer von 15 % vom kommenden Jahr an, 20 % von 2007 an und 35 % in der Endstufe 2010 erheben. 75 % der Einnahmen sollen an die Heimatländer der Kontoinhaber abgeführt werden.

Die drei Staaten wollen sich dem gegenseitigen Informationsaustausch der restlichen zwölf Partner in der Europäischen Union über die Zinseinkünfte ihrer Bürger erst anschließen, wenn die Schweiz einer teilweisen Lockerung ihres Bankgeheimnisses zugestimmt habe. Dies gilt als ungewiss.

Die EU will die Steuerflucht europaweit stoppen und strebt dafür auch Abkommen mit nicht zur Union gehörenden Ländern wie die Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Monaco und San Marino an. Liechtenstein wolle ungeachtet erwarteten EU-Drucks an dem Bankgeheimnis festhalten, betonte Real. Eine Einigung mit der EU dürfte es erst nach Abschluss der Verhandlungen Brüssels mit der Schweiz geben.

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