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17.01.2008

10:31 Uhr

Stewardess an Bord

Clinton spielt „Hil Force One“

Hillary Clinton arbeitet weiter eifrig an ihrem Image. Nachdem ihr Gefühlsausbruch bei den Wählern in New Hampshire gut ankam, wird sie nun auch noch witzig: Sie spielte an Bord ihres Wahlkampfflugzeugs die Stewardess.

Mit Mit Herz und Witz zum Sieg? Hillary Clinton spielt Stewardess. Foto: ap

Mit Mit Herz und Witz zum Sieg? Hillary Clinton spielt Stewardess. Foto: ap

HB LAS VEGAS. Sie gilt als kalt und pragmatisch, doch nun überrascht Kandidatin Hillary Clinton mit einem weiteren unerwarteten Gefühlsausbruch. Mit einer launigen Einlage hat die Präsidentschaftsbewerberin die Presse an Bord ihres Wahlkampfflugzeugs begrüßt. Vor dem Start der Maschine in Las Vegas spielte die New Yorker Senatorin eine Stewardess.

„Willkommen an Bord des Jungfernflugs von Hil Force One“, sagte Clinton in Anspielung an das Präsidentenflugzeug mit der Bezeichnung Air Force One. „Die Bestimmungen untersagen die Benutzung von Mobiltelefonen, Blackberries oder anderen drahtlosen Geräten, mit denen ein negativer Artikel über mich übermittelt werden könnte.“ Weil es immer wieder unerwartete Turbulenzen geben könne, sollten alle Passagiere auf dem kurzen Flug nach Reno angeschnallt bleiben.

Dann fügte Clinton noch hinzu: „Im Fall eines unerwarteten Absturzes in den Umfrageergebnissen wird dieses Flugzeug nach New Hampshire umgeleitet.“ In diesem US-Staat hat Clinton ihre erste Vorwahl gewonnen. Hillary Clinton war eine verheerende Niederlage vorausgesagt worden, Barack Obama galt seit Iowa als „unvermeidlicher Sieger“. Und dann das: 39 Prozent für Clinton, 36 für Obama.

Beobachter führten den Erfolg auch auf eine Strategieänderung Clintons zurück: Mit Herz zum Sieg. Clinton zeigte in New Hampshire Gefühle, war den Tränen nahe, und die Wähler dankten es ihr.

Die nächste Vorentscheidungen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei findet am Samstag in Nevada statt. Obama ist Clinton laut Umfragen erneut dicht auf den Fersen. Die ehemalige First Lady, die im Oktober mit 21 Punkten Vorsprung das Bewerberfeld bei den Demokraten noch klar anführte, lag in einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Erhebung nur noch einen Punkt vor dem schwarzen Senator aus Illinois. 39 Prozent der Befragten gaben an, Clinton als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zu bevorzugen, 38 Prozent sprachen sich für Obama aus. Im vergangenen Monat kam der 46-Jährige bis auf acht Punkte an die Senatorin aus New York heran.

Die Republikaner wählen am Samstag auch in South Carolina, auf das sich ihr Augenmerk richtet. Der Bundesstaat liegt im Süden, einer traditionellen Hochburg der Republikaner. Laut Reuters-Umfrage lag McCain dort an erster Stelle, der praktizierende Mormone Romney kam auf den dritten Platz hinter dem Baptisten-Prediger Huckabee, der wie in Iowa wieder auf Stimmen Evangelikaler hofft.

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