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07.01.2002

14:45 Uhr

Stilles Mineralwasser liegt im Trend

Mineralwasser findet reißenden Absatz

Die deutsche Mineralwasserbranche hat vergangenen Jahr erneut einen höheren Absatz verbucht. Doch der Preisdruck dämpft die Umsätze.

vwd BERLIN. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser sei nach vorläufigen Schätzungen von 100,3 Litern im Vorjahr auf 103,4 Liter gestiegen, erklärte der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) am Montag in Berlin. Insgesamt legte der Mineralbrunnenabsatz um 3,8 % auf etwa 10,6  Mrd. Liter zu. Der Umsatz stieg den Schätzungen des Verbandes zufolge hingegen nur um 2,8 % auf etwa 2,7 Mrd Euro, was dem generellen Preisdruck in der Lebensmittelbranche geschuldet sei. Zudem würden viele Kunden von teureren Marken auf preiswertere Varianten wechseln.

Während Mineralwässer einen Zuwachs von 3,7 % verzeichneten, wuchs die Menge der verkauften Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke wie Fruchtschorlen und Limonaden, um 5,5 %. Ein besonders starkes Absatzwachstum von 65 % verzeichnete die Branche beim stillen Mineralwasser. Allerdings sei der Anteil am Gesamtmarkt mit etwa zwei Prozent noch relativ gering, sagte VDM-Vorsitzender Helmut Ruhrmann. Der Absatz von Mineralwasser mit wenig Kohlensäure stieg um 9,3 % und verzeichnete einen Marktanteil von 34,1 %.

Um 0,3 % rückläufig war hingegen der Absatz des klassischen Mineralwassers mit viel Kohlensäure, das aber mit einem Marktanteil von 59,6 % weiterhin die beliebteste Variante war. Um 6,8 % sank der Absatz von Heilwasser, was einem Marktanteil von 3,3 % entspricht. Eine Prognose für das laufende Jahr wollte der Verband nicht abgeben. Geschäftsführer Wofgang Stubbe verwies auf den insgesamt positiven Trend der vergangenen Jahre, der allerdings auch stark von den jeweiligen Wetterbedingungen abhänge.

Eine Konsolidierung der Branche oder den Aufkauf kleinerer Betriebe durch Größere als generellen Trend erwartet der Verband nicht. "Das wird seit zehn Jahren prognostiziert", sagte Ruhrmann. Mit Blick auf die geplante Lkw-Maut fordert der Verband einen Ausgleich für die höhere finanzielle Belastung, da schon jetzt die Logistikausgaben den größten Kostenblock darstellten. Dies liege unter anderem an dem hohen Merweganteil, durch den etwa 80 % des Angebotes doppelt mit Streckengebühren belastet würden.

Zudem fordert der Verband, Mineralwasser mit einem geringeren Mehrwertsteuersatz statt den bislang üblichen 16 % zu belegen. Dies würde innerhalb Europas für mehr Steuergrechtigkeit sorgen, da zum Beispiel in Frankreich, Niederlanden und Luxemburg bereits ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz gelte.

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