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02.01.2001

14:04 Uhr

"Stimmung am Markt angeschlagen"

Vom Höhenrausch zur Höhenangst

Die Stimmung an den europäischen Börsen ist nach dem nervenaufreibenden Jahr stark angeschlagen. In diesem schwierigen Umfeld sehen Marktteilnehmer vor allem Risiken und selten Chancen, so die Analysten.

dpa/afx FRANKFURT. Vom Höhenrausch zur Höhenangst, die Zitterpartie 2000 geht nach Ansicht von Experten im neuen Jahr zunächst weiter. "Eine kurze Berg- und eine nicht enden wollende Talfahrt", so beschreiben die Experten von der WGZ-Bank die Entwicklung einer Reihe von Aktien im Vorjahr. Nun sei die Stimmung auf dem europäischen Börsenparkett nach dem nervenaufreibenden Börsenjahr stark angeschlagen. "In diesem schwierigen Umfeld sehen Marktteilnehmer vor allem Risiken und selten Chancen", geben die WGZ-Analysten zu bedenken. Es reichten bereits geringe Anlässe, um heftige Turbulenzen auszulösen.

Der Vertrauensverlust, mit dem die Börsen zu kämpfen haben, hängt den WGZ-Analysten zufolge vor allem mit der jüngsten Serie an Umsatz- und Gewinnwarnungen zusammen. Dies lasse Zweifel über die weiteren Perspektiven insbesondere in den Wachstumssegmenten aufkommen. Eine objektive Analyse der zentralen Marktfaktoren zeige jedoch, dass der fundamentale Rahmen freundlicher ist als die Stimmung auf dem Parkett.

Unsicherheit bei Technologiewerten

"Was die Entwicklung der Aktienmärkte im Allgemeinen und die Wertentwicklung der Technologietitel im Besonderen angeht, sind wir nicht davon überzeugt, dass die für das kommende Jahr herbeigesehnte Rally von Dauer sein wird", prognostiziert Karl-Heinz Goedeckemeyer von Hornblower Fischer. "Trotz der überverkauften Situation rechnen wir nicht mit einer grundlegenden und nachhaltigen Erholung der TMT-Werte." Einerseits spreche die weltweite Konjunkturabkühlung dagegen, andererseits stellten die deutlich rückläufigen Investitionen in Technologie sowohl die Aktien als auch die Weltwirtschaft eine Gefahr dar.

Grundlegende Bedenken über die Stabilität der Erträge sowie die Unsicherheit darüber, ob die vorhandene Liquidität erneut in Technologiewerte fließen wird, dürften laut Goedeckemeyer Anleger zumindest zunächst davon abhalten, ihre Risikoscheu gegenüber Technologie- und Telekommunikationstiteln abzulegen. "Vor diesem Hintergrund raten wir Investoren die Entwicklung zu Beginn des neuen Jahres abzuwarten und das Pulver nicht frühzeitig zu verschießen."

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