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22.01.2002

11:45 Uhr

Stoibers Mann: Journalist mit Bilderbuchkarriere

Ehemaliger "BamS"-Chef leitet Stoiber-Team

Mit Michael H. Spreng hat Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) keinen bequemen Ja-Sager zu seinem Wahlkampfmanager gemacht.

Michael Spreng (Archivfoto von 1997). Foto: ap

Michael Spreng (Archivfoto von 1997). Foto: ap

dpa/ap MÜNCHEN. Leiter des Stoiber-Teams im Bundestagswahlkampf wird der ehemalige «Bild am Sonntag»-Chefredakteur Michael Spreng werden. Spreng gilt als unabhängiger Kopf, der stets bestrebt war, die für richtig befundene Linie durchzusetzen. Auch als Chefredakteur der auflagenstarken Sonntagszeitung "BamS" von 1989 bis Oktober 2000 verfolgte er nicht immer eine Richtung, die im Springer-Verlag ungeteilten Beifall fand.

Der 53-jährige Spreng hat sein CDU-Parteibuch mit 22 Jahren zurückgegeben und ist jetzt parteilos. Mehr als einmal kritisierte er in Kommentaren Altkanzler Helmut Kohl (CDU) in dessen Amtszeit. Über Jahre hielt Spreng engen Kontakt zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dessen Ablösung er nun mit seiner Tätigkeit vorantreiben soll. Vielleicht machen aber gerade die fundierten Kenntnisse über den Bundeskanzler Spreng für Stoiber so besonders wertvoll.

Spreng kann auf eine journalistische Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Er begann als Volontär bei der Frankfurter "Neuen Presse" und kam dann zur Tageszeitung "Die Welt". Später übernahm er die Leitung des Bonner Büros der "Bild"-Zeitung und wurde deren stellvertretender Chefredakteur. Darauf wechselte er als Chefredakteur zum Kölner "Express".

1989 wurde Spreng Chefredakteur der "Bild am Sonntag". Nach elf Jahren an der Spitze des Blattes wurde er abgelöst. Insider führten dies auch auf seine kritische Haltung zu Kohl zurück, was vor allem den Filmhändler und Springer-Großaktionär Leo Kirch gestört haben soll. Seit Juni 2001 war Spreng als selbstständiger Kommunikations- und Medienberater für Zeitungen, Zeitschriften und Unternehmen tätig.

Zuvor hatte Spreng sechs Jahre als Chefredakteur des Kölner «Express» gearbeitet, davor als stellvertretender Chefredakteur der «Bild"-Zeitung. Weitere Stationen seiner journalistischen Laufbahn waren die «Welt» und die «Frankfurter Neue Presse».

Als Mitglieder des politischen Wahlkampf-Teams hatten Merkel und Stoiber bereits in der vergangenen Woche den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz (CDU), dessen Stellvertreter Michael Glos (CSU), die beiden Generalsekretäre Laurenz Meyer (CDU) und Thomas Goppel (CSU), die CDU-Landesvorsitzenden Christian Wulff (Niedersachsen) und Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen), den früheren CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble und den für das Wahlprogramm seiner Partei federführende CSU-Vize Horst Seehofer benannt.

Die Mitglieder des Stoiber-Teams sollen für die Medienpräsenz und Kommunikationsstrategie des Kandidaten zuständig sein. Das Team werde neben der gemeinsamen Wahlkampfzentrale von CDU und CSU tätig sein.

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