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05.01.2001

16:02 Uhr

Strafverfahren wegen Betrugsverdachts

Russischer Medienunternehmer Gussinski muß Rückschlag vor Gericht hinnehmen

Nachdem am Freitag eine Entscheidung die Vorwürfe gegen Gussinski als ungesetzlich erklärten vom Amtsgericht in Moskau aufgehoben wurde, kündigte eine Sprecherin des Medienunternehmers, der zur Zeit in Spanien unter Hausarrest steht, an, dass er gegen dieses Urteil Berufung eingelegt wird.

ap MOSKAU. Das Strafverfahren gegen den russischen Medienunternehmer Wladimir Gussinski wegen mutmaßlichen Finanzbetrugs wird fortgesetzt. Ein Amtsgericht in Moskau hob am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft die frühere Entscheidung einer niedrigeren Instanz auf, die die Vorwürfe gegen Gussinski Ende Dezember für unbegründet und ungesetzlich erklärt hatte. Eine Sprecherin von Gussinskis Medien-Holding Media-Most, Elena Bruni, bezeichnete das Urteil als befangen und erklärte, das Gericht habe die Entscheidung unter dem Druck der Regierung gefällt.

Bruni kündigte Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Gussinski befindet sich unter Hausarrest in Spanien, wo er Mitte Dezember auf Grund eines internationalen Haftbefehls festgenommen wurde. Nach Darstellung der Moskauer Generalstaatsanwaltschaft besteht Betrugsverdacht gegen die Leitung von Media-Most. Demnach sollen an den halbstaatlichen Energiekonzern Gasprom verpfändete Anteile von Media-Most illegal ins Ausland transferiert worden sein.

Gussinski bezeichnet sich als Opfer politischer Verfolgung, weil Media-Most den russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert habe. Russland hat erklärt, es wolle nur die geltenden Gesetze durchsetzen und die Immunität beenden, die die Geschäftsleute unter dem früheren Präsidenten Boris Jelzin genossen hätten.



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