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12.01.2001

19:02 Uhr

rtr SANTIAGO. Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet hat sich am Freitag den dritten Tag in Folge medizinischen Tests unterzogen, die Aufschluss über seine Prozessfähigkeit geben sollen. Der 85-Jährige fand sich am Morgen in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Santiago zu den Untersuchungen ein, die am Samstag abgeschlossen sein sollen. Für Montag ist eine gerichtliche Vernehmung Pinochets geplant, dem Menschenrechtsverletzungen während seiner Militärherrschaft vorgeworfen werden. Sollten die Tests zeigen, dass Pinochet wegen seines Geisteszustandes nicht prozessfähig ist, dürfte es kein Strafverfahren gegen ihn geben.

In Chile haben Personen über 70 Jahre, denen ein Strafverfahren droht, das Recht auf eine medizinische Untersuchung. Pinochet hatte sich erstmals am Mittwoch medizinischen Tests gestellt. Justizkreisen zufolge war Pinochet erst unter Druck des Militärs im Krankenhaus erschienen. Noch ist unklar, was passiert, sollten die Untersuchungsergebnisse nicht bis zur geplanten Vernehmung Pinochets am Montag vorliegen. Menschenrechts-Anwälte fordern, Pinochet trotzdem zu verhören. Dagegen bestehen seine Anwälte darauf, die Ergebnisse abzuwarten.

Der zuständige Richter Juan Guzman, der 200 Fälle aus der Pinochet-Ära bearbeitet, wirft dem Ex-General vor, für die Verschleppung und Ermordung von bis zu 77 Oppositionellen kurz nach seinem Militärputsch 1973 verantwortlich zu sein. Während Pinochets Herrschaft bis 1990 wurden mehr als 3000 Menschen ermordet oder sie verschwanden spurlos.

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