Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2001

14:23 Uhr

Streichungen geringer als erforderlich

Scharping verteidigt Streich-Liste

Aus Rücksicht auf strukturpolitische Kriterien werde die Zahl der Standorte nicht in dem Maße verringert wie der Personalumfang der Bundeswehr.

ddp BERLIN. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) verteidigt die geplante Schließung von insgesamt 59 Bundeswehrstandorten. Damit werde die Bundeswehr ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht, sagte Scharping nach der Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses am Montag in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Aus Rücksicht auf strukturpolitische Kriterien werde die Zahl der Standorte nicht in dem Maße verringert wie der Personalumfang der Bundeswehr.



In den nächsten Tagen soll es Scharping zufolge eine zweite «Erörterungsrunde» mit den Ländern geben. Dabei stünden noch einmal die Kriterien zur Schließung einzelner Standorte sowie andere Vorschläge der Länder zur Diskussion. Der Minister wies zugleich Kritik der Opposition an den Schließungsplänen zurück. «Ich kann nicht erkennen, dass die reichlich übertriebene alarmistische Wortwahl der Opposition eine Basis findet», sagte Scharping. Auch bei der Reduzierung der Zivilbeschäftigten seien die Unterschiede zu den Vorstellungen der CDU «ungewöhnlich gering».



Bis zum Jahr 2006 sollen im Zuge der Bundeswehr-Strukturreform 39 größere Standorte sowie 20 Kleinststandorten mit weniger als 50 Beschäftigten aufgelöst und 77 neu strukturiert werden. Die Zahl der Soldaten wird von derzeit 310.000 auf 285.000 sinken. Mehr als 93 Prozent der Standorte sollen laut Scharping erhalten werden. Die Reduzierungen entsprächen in etwa der jeweiligen Stationierungsdichte. «Bei einer ausschließlich funktionalen Betrachtung müsste die Hälfte aller Standorte geschlossen werden», sagte der Minister.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×