Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2003

07:21 Uhr

Streik der Banken und Supermärkte

Lage in Venezuela verschärft sich weiter

In Venezuela haben am Donnerstag auch Bankangestellte ihre Arbeitsplätze verlassen und Supermärkte geschlossen, um den Streik der Opposition gegen Präsident Hugo Chavez zu unterstützen. Demonstranten vor einer Vertretung der staatlichen Ölfirma PDVSA wurden beschossen und die Botschaften von Deutschland, Kanada und Australien schlossen nach Bombendrohungen ihre Häuser in der Hauptstadt Caracas.

Reuters CARACAS. Die Ereignisse verstärkten die Furcht vor einer gewaltsamen Entwicklung der seit mehr als fünf Wochen anhaltenden Demonstrationen gegen den linken Präsidenten. Durch die Schüsse wurde niemand verletzt. In den Botschaften wurden keine Sprengsätze gefunden.

Wegen des Streiks der Privatbanken stürzte die venezolanische Währung Bolivar ab und verlor mehr als fünf Prozent ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar. Mit einem Steuerstreik und dem Ölgeschäft haben die Demonstranten aus der Mittel- und Oberschicht bereits die beiden wichtigsten Einnahmequellen des fünftgrößten Ölexporteurs der Welt lahm gelegt. Brasilien kündigte an, die Vermittlungsbemühungen der Organisation der amerikanischen Staaten (OAS) verstärkt unterstützten zu wollen.

Die Opposition fordert den Rücktritt Chavez', dem sie vorwerfen, das Land autoritär zu regieren und mit einer Orientierung am kommunistischen System Kubas wirtschaftlich zu ruinieren. Chavez genießt die Unterstützung der ärmeren Schichten, die sich von der von ihm versprochenen Landreform und leichteren Zugängen zu Krediten eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse versprechen. Die Wirtschaft steckt bereits in einer tiefen Rezession und droht durch die Unruhen im Land weiter belastet zu werden. "Die Stärken Venezuelas - seine Ölvorkommen und Reserven an ausländischen Währungen - bedeuten nicht viel, wenn die Wirtschaft und die Gesellschaft lahm gelegt sind", sagte Roger Scher, der bei Fitch Ratings in New York für das Rating lateinamerikanischer Staaten zuständig ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×