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20.01.2003

16:50 Uhr

Streit geht in neue Runde

Norwegischer DVD-Knacker muss erneut vor Gericht

Erst kürzlich war der 19-Jährige, der den Kopierschutz für die teuren Filmscheiben knackte, freigesprochen werden. Doch der Staatsanwalt geht in Berufung.

dpa OSLO. Ein 19 Jahre alter Norweger, der den Kopierschutz bei Filmen im DVD-Format geknackt hat, soll erneut vor Gericht gestellt werden. Wie die Osloer Internet-Zeitung "Nettavisen" am Montag berichtete, will die Staatsanwaltschaft Berufung gegen den Freispruch für Jon Lech Johansen in erster Instanz einlegen. Die führenden internationalen Filmgesellschaften hatten Johansen über ihre Branchenorganisation MPA (Movie Pictures Association) angezeigt, nachdem er als 16-Jähriger zusammen mit Freunden aus Deutschland und anderen Ländern die Verschlüsselung der DVD-Daten aufgehoben hatte. Dadurch konnten Filme auf DVDs durch nicht autorisierte Software abgespielt sowie von Personal Computern kopiert werden.

Das Amtsgericht hatte seinen Freispruch damit begründet, dass die Entschlüsselung von Codes zur privaten Nutzung eines DVD-Produktes nicht rechtswidrig sei. Auslöser für das Knacken der DVD-Codes war Verärgerung des damaligen Schülers, weil die Industrie keine Software zum Abspielen von DVD-Filmen über das Betriebssystem Linux zur Verfügung stellte. Johansen entwickelte die Software mit dem Namen "DeCSS" nach der vor allem von deutschen Freunden betriebenen Entschlüsselung selbst und legte sie im Internet aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Programm von 5000 Nutzern auf deren Computer geladen.

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