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06.03.2003

07:25 Uhr

Streit um Atomprogramm

Opposition fordert Bush zu Nordkorea-Verhandlungen auf

Prominente Politiker der oppositionellen Demokraten haben US-Präsident George W. Bush am Mittwoch aufgefordert, direkte Verhandlungen mit Nordkorea über das Atomprogramm des kommunistischen Staates aufzunehmen.

HB/dpa WASHINGTON/SEOUL. Der demokratische Senatsführer Tom Daschle sagte in Washington, der Präsident könne angesichts der eskalierenden Krise nicht länger auf Zeit spielen und "an der Seitenlinie" sitzen. Auch Ex- Verteidigungsminister William Perry und die frühere Außenministerin Madeleine Albright warnten davor, den Konflikt auszusitzen.

Das Weiße Haus hatte zuvor klar gemacht, dass der Präsident gemeinsam mit China, Russland, Japan und Südkorea eine diplomatische Lösung des Streits anstrebe. Nordkoreanische "Provokationen" würden anders als früher nicht durch Zugeständnisse honoriert werden.

Die Regierung widersprach der Annahme, dass sich die USA praktisch mit einer Atommacht Nordkorea abgefunden hätten. "Die Haltung der USA und ihrer Alliierten in der Region ist genau das Gegenteil - dass es wichtig ist, für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu sorgen", sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer.

Die "Washington Post" hatte berichtet, Gesandte des neuen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun hätten der Bush-Regierung gesagt, ein atomares Nachbarland wäre ihnen lieber als ein chaotischer Kollaps der Regierung in Pjöngjang. Die US-Regierung sei zunächst schockiert gewesen, glaube aber inzwischen nicht mehr, dass sie Nordkorea von der Herstellung von Atomwaffen abhalten könne.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein südkoreanischer Kollege Jeong Se Hyun wandten sich am Mittwoch gegen Befürchtungen, dass möglicherweise ein amerikanischer Angriff auf den kommunistischen Staat drohe. Jeong nannte dies in Interviews koreanischer Rundfunkstationen "grundlos". Rumsfeld sagte, die geplante Verstärkung von US-Truppen im Pazifik sollte nicht als "aggressiv, bedrohlich oder feindselig" verstanden werden. Die Entsendung von 24 Langstreckenbombern der Typen B-1 und B-52 nach Guam solle während des Irak-Konflikts als Abschreckung dienen. Die Pazifikinsel liegt etwa 4000 Kilometer südöstlich von Nordkorea.

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