Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2003

17:40 Uhr

Streit um neue Verträge heruntergespielt

BMW zankt sich mit den Händlern

Der bayerische Autohersteller BMW sieht die Verhandlungen um neue Verträge mit seinen Händlern trotz Differenzen auf gutem Weg. "Aus unserer Sicht gibt es keinen großen Diskussionsbedarf mehr", sagte ein Firmensprecher am Donnerstag in München.

Reuters MÜNCHEN. Die Gespräche seien in der Abschlussphase. Die neuen Händlerverträge sollten Ende April unterzeichnet werden. Der BMW-Händlerverband hatte zuvor die Vertragsentwürfe als nicht akzeptabel bezeichnet. "Wir werden den Vertrag in Brüssel vorlegen", sagte Verbandspräsident Peter Enders der "Financial Times Deutschland" und kündigte eine Beschwerde bei der EU-Kommission an. "Wenn der Vertrag so aussieht wie der Entwurf, den man uns vorgelegt hat, kann der Verband seine Unterschrift nicht empfehlen."

Der Verband kritisierte vor allem die geplante Begrenzung der Verträge auf fünf Jahre und eine nicht mehr fest vereinbarte Grundmarge. Der BMW-Sprecher sagte, das Unternehmen wolle seine Verträge europaweit harmonisieren, was Anpassungen für die deutschen Händler bedeute. Der Konzern wolle die Händler verstärkt mit flexiblen Zusatzleistungen entlohnen.

Anlass für die neuen Verträge ist die von der EU-Kommission beschlossene Neuordnung des Autovertriebs. Mit der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) sollen die Autohersteller zur Öffnung ihrer Händlernetze bewegt und der Autohandel über die EU-Binnengrenzen hinweg erleichtert werden. Händler können damit nicht mehr gezwungen werden, nur eine Automarke in ihren Häusern zu vertreiben. Enders sagte der Zeitung dazu: "BMW hat klar gemacht: "Wer eine weitere Marke nimmt, bekommt den Vertrag nicht verlängert.'"

Zwischen einzelnen EU-Staaten gibt es derzeit noch erhebliche Preisunterschiede für dieselben Fahrzeuge. Verbraucherschützer hatten die von der EU beschlossene Liberalisierung begrüßt, während Gewerkschaften und Händlerverbände den Verlust von Arbeitsplätzen befürchten. Viele andere Autohersteller haben die Umstellung auf die GVO längst beschlossen. Die neuen BMW-Verträge sollen ab Oktober gelten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×