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03.01.2003

12:19 Uhr

Streit zwischen USA und Nordkorea

Südkorea will vermitteln

Im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas will Südkorea zwischen der Regierung in Pjöngjang und den USA vermitteln. Südkorea arbeite an einem Vermittlungsvorschlag, der von den USA und Nordkorea Zugeständnisse verlange, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Berater des designierten Präsidenten Roh Moo Hyun am Freitag.

Reuters SEOUL. Der Vorschlag sehe vor, dass die Regierung in Pjöngjang ihr wieder aufgenommenes Atomprogramm aufgebe und die USA im Gegenzug Nordkorea Sicherheitsgarantien gäben, hieß es weiter. Nordkorea bekräftigte seine Bereitschaft, den Konflikt in Gesprächen mit den USA zu lösen. Die USA lehnen direkte Verhandlungen jedoch ab und fordern einen Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms.

Die südkoreanische Regierung gehe davon aus, dass es Möglichkeiten gebe, die Sicherheit des Nordens zu garantieren, zitierte Yonhap Regierungskreise in Seoul. Die USA lehnen einen von Nordkorea geforderten Nichtangriffspakt ab. Südkorea hatte zuletzt seine Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts verstärkt. Bei Gesprächen in Peking am Donnerstag vereinbarte das Land in dieser Frage eine Zusammenarbeit mit China, das als wichtigster Verbündeter Nordkoreas gilt. Am Wochenende wurden Vertreter Südkoreas in Russland erwartet.

Der nordkoreanische Botschafter in China bekräftigte am Freitag die Bereitschaft seiner Regierung zu direkten Gesprächen mit den USA. "Dialog ist der einzige Weg, dieses Problem friedlich zu lösen", zitierte Yonhap Botschafter Choe Jin Su. Die USA lehnen allerdings Verhandlungen mit der Begründung ab, schlechtes Benehmen dürfe nicht beloht werden. Nordkorea will entgegen seiner vertraglichen Zusagen Atomanlagen wieder in Betrieb nehmen, in denen nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA waffentaugliches Plutonium hergestellt werden kann.

"Die USA mit ihrer Mentalität des Kalten Krieges bedrohen uns mit Nuklear-Waffen", verlas Choe eine Erklärung des Außenministeriums vom 29. Dezember. "Wir sind um der nationalen Würde und unseres Existenzrechtes Willen dazu gezwungen, Selbstverteidigungsmaßnahmen gegen diese Bedrohung zu ergreifen." Yonhap meldete, Choe habe den USA Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten. Allerdings seien die Kontakte derzeit völlig abgebrochen, fügte der Botschafter später hinzu.

Choe erklärte, Nordkorea strebe auch Verhandlungen mit der IAEA an. "Wenn die Zeit reif ist, werden wir mit der IAEA beraten", sagte Choe. Nach der Wiederaufnahme seines Atomprogramms hatte Nordkorea die IAEA-Inspektoren ausgewiesen, die die stillgelegten Atomanlagen des Landes überwachen sollten.

Bush kündigte am Donnerstag an, den diplomatischen Druck auf Nordkorea zu verstärken. Die USA arbeiteten "mit Verbündeten in der Region zusammen, um Nordkorea deutlich zu machen, dass es nicht in seinem Interesse ist, Massenvernichtungswaffen zu verbreiten", sagte Bush auf seiner Farm in Texas. Für die kommende Woche lud er Vertreter Südkoreas und Japans ein. Bush betonte erneut, er glaube, der Streit mit Nordkorea "wird friedlich gelöst werden".

Nordkorea hatte sich 1994 in einem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm aufzugeben. Doch zuletzt hatte das Land angekündigt, wegen Energiemangels einen stillgelegten Reaktor wieder hochzufahren. Nach US-Angaben hatte Nordkorea zudem eingeräumt, mehrere Jahre lang ein geheimes Atomwaffenprogramm betrieben zu haben.

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