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16.01.2003

16:00 Uhr

Strikte Ablehnung wächst

Grüne demonstrieren gegen Irak-Krieg

Der Parteivorstand kündigte an, sich an bundesweiten Protesten gegen einen Waffengang zu beteiligen. Unterdessen starteten von Deutschland aus die ersten US-Kampfjets in die Golfregion.

dpa BERLIN. Immer mehr Politiker von SPD und Grünen gehen mit ihrer strikten Ablehnung eines Irak-Krieges in die Öffentlichkeit. Der Grünen-Bundesvorstand kündigte am Donnerstag in Potsdam an, man werde sich an der für den 15. Februar geplanten bundesweiten Demonstration in Berlin beteiligen. Eine "Hamburger Erklärung" gegen einen Krieg im Irak wurde nach Angaben der Jusos und der Gruppe "Grüne Linke" innerhalb weniger Tage von mehr als 500 Mitgliedern der Regierungsparteien unterschrieben. Darunter befänden sich auch bekannte Koalitionspolitiker wie Claudia Roth und Christa Nickels (beide Grüne) sowie Horst Schmidbauer und Frank Hofmann (beide SPD).

Unterdessen starteten von der US-Airbase in Spangdahlem (Eifel) die ersten von mehr als zehn Kampfjets zu möglichen Kriegseinsätzen in der Golfregion. Die Piloten sollen dort Trainingsflüge absolvieren, sagte am Donnerstag der Kommandeur des 52. Jagdgeschwaders, Oberst Stephen Mueller. Bereits am Sonntag waren mehr als 200 Soldaten des US-Stützpunktes verlegt worden. Am Golf stellt Spangdahlem, die größte europäische Basis für Kampfjets, insgesamt 500 Soldaten bereit.

Auch mehr als 3000 in Bayern stationierte US-Soldaten erhielten jetzt ihren Marschbefehl in die Golfregion. Die Militärs aus den Stützpunkten in Vilseck, Giebelstadt, Kitzingen, Illesheim und Bamberg bereiteten sich auf ihre Verlegung vor, sagte die Sprecherin des V. US-Korps in Deutschland, Hilde Patton. Derzeit werde Material verladen. Die Soldaten sollen bis Anfang Februar ihre Reise antreten.

Auf dem Nato-Flugplatz im rheinischen Geilenkirchen liefen noch keine Vorbereitungen auf einen Einsatz von AWACS- Beobachtungsflugzeugen zur Unterstützung der USA in einem Irak- Krieg. "Hier läuft unser ganz normaler Betrieb", sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Die USA haben die Nato offiziell um Unterstützung für den Fall eines Krieges gebeten. Dem Vernehmen nach wünschen die USA Hilfe durch die in Geilenkirchen stationierte AWACS- Flotte. Ein Drittel der Besatzungen besteht aus Bundeswehrsoldaten.

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