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12.02.2001

14:17 Uhr

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Studie: Deutsche Reiselust ist ungebrochen

Die Deutschen werden nach einer Studie des Freitzeit-Forschungsinstituts BAT auch in diesem Jahr ihrem Ruf als Reiseweltmeister gerecht. Die Reiselust der Deutschen sei ungebrochen und 2001 würden erstmals mehr Deutsche eine Pauschalreise vornehmlich ins Ausland anstelle einer Individualreise buchen, hieß es in der am Montag in Hamburg vorgestellten Studie weiter.

Reuters Hamburg. Dem eigenen Land kehren deutsche Urlauber indes mehr und mehr den Rücken. Zudem verliere Spanien als wichtigstes Reiseziel im Ausland spürbar zu Gunsten anderer europäischer Länder an Attraktivität. "In Spanien zeigen sich erste Grenzen des Massentourismus. Der Gipfel ist erreicht", sagte Horst Opaschowski, Leiter des Institutes, bei der Präsentation der 17. Deutschen Tourismusanalyse in Hamburg. Befragt wurden 5000 Deutsche ab 14 Jahre zu ihrem Urlaubsverhalten.

"Die Tourismusbranche kann beruhigt sein", sagte Opaschowski. Die Reiselust der Deutschen sei ungebrochen hoch, wenn auch nicht gestiegen. Im vorigen Jahr verreisten erneut 52 Prozent der Deutschen für fünf Tage oder länger. Steigende Energiepreise, der starke US-Dollar und der schwache Euro hätten darauf wenig Einfluss gehabt. Die Zahl der Reisenden wird 2001 der Umfrage zufolge noch zunehmen, für Spanien gelte dies aber nicht.

Wenn beim Urlaub gespart werde, dann am Urlaubsort, sagte Opaschowski. Dabei zog es im vorigen Jahr 69 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent) der Urlauber ins Ausland. Damit blieben weniger als ein Drittel im Inland, "so wenig wie nie zuvor". Deutschland werde mehr und mehr zu einem "Kurzurlaubsland" für einige wenige Tage. Darauf müssten sich die Anbieter von Hotels und Ferienwohnungen einstellen und entsprechend flexibler werden

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Spanien-Euphorie ist vorbei

Vorbei sind offenbar die Zeiten der ungebremsten Spanien- Euphorie bei deutschen Urlaubern. Costa del Sol und besonders die bislang überaus beliebten Balearen (Mallorca) und Kanaren (Gran Canaria, Teneriffa) verbuchten mit 16 Prozent der Reisenden im vorigen Jahr nach zuvor 17 Prozent erstmals einen Rückgang, bleiben aber weiterhin beliebtestes Auslandsziel der Deutschen. Der Abwärtstrend dürfte aber anhalten. "Viele Feriengebiete auf den Balearen und Kanarischen Inseln gelten als überlaufen", sagte Opaschowski. In spanischen Urlaubsregionen stimme aus Sicht vieler Reisenden das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr. Vor allem lasse oftmals der Service zu wünschen übrig.

Von den Vorbehalten gegen Urlaub in Spanien profitierten mit jeweils zwei Prozentpunkten Zuwachs die Ferienländer Italien (neun Prozent), Österreich (sieben) und die Türkei (fünf). "Also zieht die Touristenkarawane weiter", sagte Opaschowski. "Der Trend zu den Auslandsreisen scheint jedenfalls unumkehrbar." Die Urlaubsdauer sei im vorigen Jahr bei durchschnittlich knapp 15 Tagen stabil geblieben.

Pauschalreisen im Trend

Gute Zeiten prognostiziert die BAT-Studie den großen Pauschalreiseveranstaltern. Ihnen sei es in Zeiten des Massentourismus gelungen, den Gegensatz zu Individualreisen aus der Sicht vieler Urlauber nahezu aufzuheben. Fast jeder zweite Pauschalurlauber sei inzwischen der Auffassung, dass er seinen Urlaub individuell gestalten könne. Nach Meinung von Opaschowski "laufen auch bisherige Individualreisende in die offenen Arme der Reiseveranstalter." Allerdings müssen die Veranstalter sich bei deutschen Urlaubern trotz ungebrochener Reisefreuden auf finanzielle Einbußen einstellen. Um eine Reise nicht gänzlich streichen zu müssen, achten immer mehr Reisende besonders am Urlaubsort auf ihren Geldbeutel. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) sei bereit, bescheidener zu reisen. Die "neue Bescheidenheit im Urlaub" bekämen nicht nur die Souvenirläden zu spüren, sondern auch die Veranstalter selbst. Auf der Streichliste stünden vor allem die zahlreichen organisierten Ausflüge.

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