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15.06.2000

17:08 Uhr

vwd ESCHBORN. Die Mehrheit der DAX- und MDAX-Unternehmen verfügt über keine Controllinginstrumente, um den Unternehmenswert für den Aktionär ("Shareholder Value") zielgerecht steuern zu können. Dies ist das Ergebnis der am Donnerstag vorgestellten Studie "Beteiligungscontrolling in Deutschland", die die Unternehmensberatung Arthur Andersen, Eschborn, gemeinsam mit dem Lehrstuhl für internationale Unternehmensrechnung der Ruhr Bochum-Universität durchgeführt hat. Dazu wurden zwischen Oktober 1999 und Januar 2000 insgesamt 24 DAX- und 35 MDAX-Unternehmen zum gesamten Lebenszyklus einer Unternehmensbeteiligung befragt.

Vor dem Hintergrund zunehmender Internationalisierung und Kapitalmarktorientierung gewinne die wertorientierte Unternehmenssteuerung seit Jahren an Bedeutung. "Täglich häufen sich die Meldungen über neue Fusionen und Firmenübernahmen mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert im Sinne des Aktionärs zu steigern. Hierbei sollte man davon ausgehen, dass zumindest alle am Kapitalmarkt notierten Unternehmen über die notwendigen Controllinginstrumente verfügen, um den Wertbeitrag für den Aktionär zielgerecht steuern zu können", erläutert Rolf Epstein von Arthur Andersen.

Die Realität zeige jedoch ein anderes Bild. Die Studie belege, dass nur 34 % der befragten DAX- und MDAX-Unternehmen die Steigerung des Unternehmenswertes als primäre übergeordnete finanzwirtschaftliche Zielsetzung formuliert haben. Nur weitere 22 % nennen den Angaben zufolge renditeorientierte Zielgrößen, die eine Wertorientierung implizieren.

Die Studie bringe hervor, dass weniger als 20 % der befragten Unternehmen wertorientierte Erfolgsgrößen wie etwa den Economic Value Added (EVA), den Cash Value Added (CVA), oder sonstige Residualgewinnkonzepte und ca 20 % wertorientierte Renditeziffern wie den Cash Flow Return on Investment (CfROI), den Return on Capital Employed (RoCE) als zentrale Performancekennzahl zur Unternehmenssteuerung einsetzen. Vielmehr richteten die Unternehmen die Leistungsbeurteilung noch auf traditionelle Erfolgs- oder Renditegrößen aus.

60 % der Konzerne verwenden den Umsatz, den traditionellen Jahresüberschuss, ein internes Betriebsergebnis oder daraus abgeleitete Renditegrößen als zentrale Zielgröße, heißt es in der Studie.

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