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27.06.2000

15:42 Uhr

ap MÜNCHEN. Mehr als die Hälfte aller Fusionen erfüllen die Erwartungen der beteiligten Unternehmen nicht. Dies sei das Ergebnis zahlreicher Untersuchungen, hieß es in einem Vortrag des Vorsitzenden der Monopolkommission, Wernhard Möschel, anlässlich der ifo-Jahresversammlung am Dienstag in München. Häufigster Grund sei, dass es dem Management nicht gelinge, die Mitarbeiter auf das neue Unternehmen einzuschwören. "Ein Unternehmen ist keine mechanische Größe", hieß es.

Die Zahl der Unternehmenszusammenschlüsse ist Möschel zufolge von 1990 bis 1999 weltweit von rund 9 000 auf fast 25 000 gestiegen. Das Volumen habe sich in diesem Zeitraum von 290 Mrd. Dollar (rund 603 Mrd. DM) auf 2 380 Mrd. Dollar verachtfacht. Die Fusionswelle werde in erster Linie von Groß- und Größtunternehmen getragen, außerdem seien die Zusammenschlüsse meist grenzüberschreitend.

Möschel verteidigte in seinem Vortrag das Fusionskontrollrecht der Behörden in den USA und in der Europäischen Union. Es habe sich angesichts der gegenwärtigen Welle von Megafusionen bewährt. Die verschiedenen Rechtsordnungen harmonisieren zu wollen, wäre nicht sinnvoll. Außerdem warnte Möschel vor einer Wettbewerbspolitik, die kleinere und mittlere Unternehmen unbesehen schützen würde. "Recht verstandene Mittelstandspolitik meint nicht wettbewerbliche Privilegierung, nicht die Errichtung einer Art Naturschutzpark für kleine und mittlere Unternehmen", hieß es. Allerdings sollten mittelstandsfeindliche staatliche Regulierungen abgebaut werden, insbesondere aus dem Bereich der Steuerpolitik.



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