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25.03.2003

21:30 Uhr

Stühlerücken im Vorstand der Bank

Walter neuer Chef der Dresdner

Der Deutsche-Bank-Manager Herbert Walter soll die Dresdner Bank als neuer Vorstandschef aus der Krise führen. Der Aufsichtsrat der Allianz-Tochter ernannte den 49-Jährigen am Dienstag zum Nachfolger des nach einem Milliarden-Jahresverlust zurückgetretenen Bernd Fahrholz.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Außerdem berief der Aufsichtsrat mit Andrew Pisker und Karl Ralf Jung zwei neue Mitglieder in das Führungsgremium des Kreditinstituts, teilte das Geldhaus nach einer außerordentlichen Sitzung des Kontrollgremiums mit. Der 42-jährige Pisker leitete bislang als Chef der Bank-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein das Investmentbanking, der 41-jährige Jung das Firmenkundengeschäft. Beide sind künftig gemeinsam für diese Bereiche (Corporates & Markets) auch auf Vorstandsebene zuständig.

Mit Walter hat die Allianz einen ausgewiesenen Experten für das Geschäft mit Privatkunden an die Spitze der angeschlagenen Tochter gestellt. Er leitete bislang beim Branchenführer das Ressort Privat- und Geschäftskunden. Seine Fähigkeiten als Sanierer bewies der Bayer bereits bei der zwischenzeitlich ausgegliederten Deutschen Bank 24.

Der am Dienstag von seinen Pflichten entbundene Fahrholz stand bereits seit Monaten in der Kritik. Seine bevorstehende Ablösung sickerte am Finanzplatz bereits in der vergangenen Woche durch. Vergeblich hatte er versucht, die von der Versicherungsmutter Allianz geforderte Ertragswende einzuleiten. Dies ist ihm offensichtlich trotz massiven Personalabbaus von mehr als 10 000 Stellen weltweit und dem Rückzug aus dem Firmenkreditgeschäft in Asien und Lateinamerika nicht gelungen.

Die Frankfurter Großbank befindet sich bereits seit dem zweiten Quartal 2001 in der Verlustzone. Für das Geschäftsjahr 2002 musste der Geldkonzern wegen fauler Kredite und eines Einbruchs im operativen Geschäft einen Milliardenverlust ausweisen. Der Fehlbetrag vor Steuern erreichte 1,1 Mrd. ? nach einem Gewinn von 153 Mill. ? im Vorjahr. Dabei hatte die Übertragung von Wertpapieren und der Fonds-Tochter DIT an die Konzernmutter Allianz sogar einen Extra-Ertrag in Höhe von 3,1 Mrd. ? eingebracht. Das Minus musste von der Allianz aufgefangen werden und brachte dem Mutterkonzern den ersten Verlust der Firmengeschichte ein.

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