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04.05.2003

13:58 Uhr

Sturm auf Reisebüros

Swiss-Kunden haben Angst um Meilenguthaben

Zahlreiche Kunden der angeschlagenen Schweizer Fluggesellschaft Swiss fürchten um ihre Meilenguthaben.

HB/dpa GENF. Die Reisebüros berichteten in den vergangenen Tagen zunehmend von Passagieren, die ihre angesammelten Swiss-Meilen so schnell wie möglich abfliegen wollten, berichtete die in Zürich erscheinende Zeitung "Sonntagsblick". "Die Leute möchten ihre Guthaben aufbrauchen, solange es die Fluggesellschaft Swiss noch gibt."

Die verschuldete Airline hatte in der vergangenen Woche durchgreifende Umstrukturierungen angekündigt, um die Krise anzugehen. So ist die Gründung einer Regionalfluggesellschaft geplant, die unter dem Namen "Swiss Express" als eigenständiges Tochterunternehmen aufgebaut werden soll. Die Schweizer Regierung hatte dem Unternehmen zuvor weitere Staatshilfen verweigert und forderte, dass sich die Airline zukünftig aus eigener Kraft am Markt behauptet.

Auch Luftfahrt-Experten raten den Kunden auf Grund der unsicheren Lage, ihre Bonus-Meilen nicht anwachsen zu lassen. "Swiss-Meilen sind nur gut, wenn sie abgeflogen sind", hieß es. Die Tatsache, dass im Swiss TravelClub Fluggesellschaften wie die American Airlines und die Cathay Pacific vertreten seien, sei nur ein schwacher Trost, "da es denen noch schlechter geht als der Swiss".

Unterdessen hat die Swiss-Konzernleitung am Sonntag ganzseitige Anzeigen in der Schweizer Presse gestartet, in der sie verkündet: "Wir müssen profitabel sein, denn es gibt keine Alternative zur Swiss". In der Einleitung des langen Textes, der von Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw und Konzernchef André Dosé unterzeichnet ist, heißt es: "Wir möchten Sie aus erster Hand über den Zustand und die Ziele der Swiss orientieren." Eine weltweit schwache Konjunktur, der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS hätten die gesamte Airline-Industrie - und mit ihr auch die Swiss - in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt.

Gelichzeitig sei die finanzielle Lage der Swiss nicht so dramatisch, wie zuvor angenommen, sagte Dosé der Züricher Zeitung "NZZ am Sonntag". Statt der bisher befürchteten Verluste von 300 Mill. Franken im ersten Quartal 2003 würden wahrscheinlich Verluste "deutlich unter 250 Mill. Franken" eingefahren. Für das zweite Quartal rechne die Swiss dann mit einem verbesserten Betriebsergebnis, weil die im Winter eingeleiteten Programme zur Kostensenkung zu greifen begännen. Zudem werde sich nach dem Ende des Irak-Krieges der Flugverkehr spürbar erholen.

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