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24.03.2003

16:04 Uhr

"Südirak ist unter Kontrolle"

Vormarsch auf Bagdad langsamer als geplant

Die amerikanischen Truppen kommen bei ihrem Vormarsch auf Bagdad wegen der unerwartet heftigen Gegenwehr der Iraker langsamer voran als erwartet. Zusätzlich behinderten Sandstürme den Vormarsch, berichtete der britische Sender BBC am Montag weiter. Die irakische Hauptstadt Bagdad und Ziele im Norden des Landes werden von den Invasionstruppen weiterhin aus der Luft bombardiert. Aus dem Südirak wurden erneut heftige Kämpfe gemeldet.

HB/dpa BAGDAD. "Die US-Marineinfanteristen hatten damit gerechnet, zu dieser Zeit schon viel näher an Bagdad zu sein", berichtete am Montag ein BBC- Korrespondent, der die vorrückenden Verbände begleitet. "Die (US-) Kommandeure haben eine so starke Gegenwehr zu einem so frühen Zeitpunkt nicht erwartet", sagte der Reporter. Am Montag, dem fünften Tag des Krieges, wurden Gefechte aus der Gegend um Kerbela - etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad - gemeldet.

Der Oberkommandierende des Irak-Krieges, General Tommy Franks, sieht weiter große Fortschritte, rechnet aber auch mit anhaltendem Widerstand. Die Bodentruppen kämen schnell voran und hätten dabei auch bewusst Stellungen der Iraker umgangen, erklärte Franks in Katar auf einer Pressekonferenz des zuständigen Zentralkommandos in Katar.

Bei den alliierten Luftangriffen wurden nach Angaben der Führung in Bagdad binnen 24 Stunden 62 Menschen getötet und mehr als 400 irakische Zivilisten verletzt. Nach britischer Darstellung wurden bisher 14 britische Soldaten bei Unfällen und 2 durch versehentlichen US-Beschuss getötet, 2 würden vermisst. Auf Seiten der USA fielen nach Medienberichten 12 Soldaten, 6 seien bei Unfällen gestorben, einer bei dem Granatenanschlag eines Kameraden, 12 würden vermisst.

Wieder Bomben auf Bagdad

Die irakische Hauptstadt wurde am Montag erneut aus der Luft angegriffen. Rund 100 Kilometer südlich von Bagdad attackierten US- Hubschrauber am Morgen Einheiten der irakischen Elite-Truppe "Republikanische Garde". Bei ihren Angriff gerieten die "Apache"- Helikopter nach CNN-Berichten unter starken Beschuss irakischer Luftabwehrgeschütze. Nach Angaben von Iraks Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf schossen zwei irakische Bauern angeblich zwei "Apache"-Hubschrauber ab. Das US-Zentralkommando bestätigte laut CNN einen vermissten Hubschrauber.

Im Norden des Landes gab es Medienberichten zufolge Luftangriffe auf Mosul sowie auf Stellungen der irakischen Armee nördlich von Kirkuk. Wie der Korrespondent des Fernsehsenders El Dschasira aus dem nahe gelegenen Dschamdschamal berichtete, galten die Angriffe den Stellungen an der Grenze zum halbautonomen Kurdengebiet. Kurdische Beobachter hielten es für möglich, dass die Angriffe dazu dienen könnten, die Eröffnung einer neuen Front im Norden vorzubereiten.

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, der Vormarsch nach Norden verlaufe schnell. "Der Südirak ist im Wesentlichen unter der Kontrolle der alliierten Streitkräfte." Es gebe aber noch "Widerstandsnester" von Leuten, die "nichts zu verlieren" hätten.

Heftige Kämpfe in der Gegend um Basra

Beobachter sprachen von heftigen Kämpfen in der Gegend der südirakischen Stadt Basra. Ein Sprecher der britischen Verbände sagte der BBC, irakische Truppen hätten sich ins Zentrum der umzingelten Stadt zurückgezogen. Bei den Bombardements wurde offenbar auch die Infrastruktur der zweitgrößten irakischen Stadt beschädigt. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sind in Basra rund zwei Millionen Menschen seit zwei Tagen von der Wasserversorgung abgeschnitten, weil wichtige Stromleitungen zerstört wurden.

In der Umgebung von Nasirija wurden US-Soldaten nach CNN-Angaben am Montag mit schwerem Mörserfeuer angegriffen. US-Marines hatten dort am Sonntagabend versucht, eine Pontonbrücke über den Saddam- Kanal im Handstreich zu nehmen, mussten den Versuch aber trotz Luftunterstützung durch Kampfflugzeuge und Hubschrauber nach heftiger Gegenwehr der Iraker ohne Verluste abbrechen, berichtete ein dpa- Reporter.

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