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24.01.2003

13:22 Uhr

Südkorea übermittelte "weltweite Besorgnis wegen des Konflikts"

Korea-Gespräche enden ohne Zugeständnisse

Südkorea ist bei neuen Versöhnungsgesprächen mit Nordkorea damit gescheitert, dem Nachbarstaat Zugeständnisse im Konflikt um dessen Atomprogramm abzuringen. Zum Abschluss der viertägigen Ministergespräche in Seoul teilten beide Seiten am Freitag mit, sie hätten "vollständig ihre jeweiligen Positionen in der Nuklearfrage ausgetauscht und sich auf die Zusammenarbeit für eine friedliche Lösung geeinigt".

HB/dpa SEOUL/TOKIO. Die Regierung in Seoul äußerte sich jedoch enttäuscht, dass Nordkorea keine Zusagen für konkrete Schritte gemacht habe. Wenige Stunden später kündigte sie an, dass Südkoreas Präsident Kim Dae Jung im Bemühen um eine diplomatische Lösung der Krise einen Sondergesandten nach Pjöngjang schicken werde.

Südkorea sei damit gescheitert, eine Änderung der Position Nordkoreas zu erreichen, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Delegation. Von Nordkorea sei eine Erklärung gefordert worden, sein Atomwaffenprogramm rasch zu beenden und seine Entscheidung zum Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag zurückzunehmen. Dennoch bezeichnete der Sprecher die Ergebnisse der Gespräche als "bedeutungsvoll". "Wir haben die weltweite Besorgnis wegen des Konflikts übermittelt." Seoul hatte sich seit Beginn des Atomstreits vor drei Monaten für eine Vermittlerrolle zwischen Pjöngjang und Washington stark gemacht.

Die nordkoreanische Seite bekräftigte nach südkoreanischen Angaben bei den Gesprächen allerdings die Position Pjöngjangs, wonach die "Nuklearfrage" direkt zwischen Nordkorea und den USA erörtert werden müsse. Auch habe sie wiederholt, dass Nordkorea nicht die Absicht zur Herstellung von Atomwaffen habe.

Nach Angaben des Präsidialamts in Seoul wird Sicherheitsberater Lim Dong Won am nächsten Montag für zwei bis drei Tage nach Nordkorea reisen. Der frühere Vereinigungsminister, der bereits im April des vergangenen Jahres als Gesandter in Pjöngjang war, wird von einem Berater des neu gewählten Präsidenten Roh Moo Hyun begleitet. Roh erklärte in einem Interview des US-Nachrichtensenders CNN, dass er dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il ein Treffen ohne Vorbedingungen vorschlagen wolle.

Auch Japan und die USA sprachen sich für eine diplomatische Lösung des Atomkonflikts aus. Japans Außenministerin Yoriko Kawaguchi und der US-Gesandte John Bolton verständigten sich am Freitag in Tokio nach einem Bericht der japanischen Agentur Jiji Press darauf, dass ihre beiden Länder und Südkorea auch dann in engem Kontakt bleiben, sollte der Streit vor den Weltsicherheitsrat kommen.

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