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13.01.2003

09:17 Uhr

Südkorea will führende Rolle

USA wollen mit Nordkorea sprechen

Im Atomstreit mit Nordkorea haben die USA ihre Bereitschaft zu Gesprächen bekräftigt und im Fall einer Lösung des Konflikts Hilfen für die Energieversorgung des kommunistischen Landes in Aussicht gestellt. Wenn der Atomwaffenstreit gelöst sei, könne es Möglichkeiten geben, Nordkorea durch die USA, private Investoren oder andere Staaten im Energiebereich zu unterstützen, sagte der US-Sondergesandte für Asien, James Kelly, am Montag in Seoul.

Reuters SEOUL. Die USA hatten ihre Heizöllieferungen an Nordkorea eingestellt, nachdem dies Kelly zufolge die Fortsetzung seines Atomwaffenprogramms eingeräumt hatte. Der designierte südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun erklärte bei einem Treffen mit Kelly, dass Atomwaffen im Norden nicht hinnehmbar seien.

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich in der vergangenen Woche verschärft. Nordkorea trat aus dem Atomwaffensperrvertrag aus und erklärte, es erwäge eine Wiederaufnahme seiner Raketentests. Zugleich droht Nordkorea den USA seit Tagen, sie würden im Falle des Krieges "in einem Feuermeer" versinken und zerstört werden. Nach der Einstellung der US-Heizöllieferungen hatte Nordkorea die Wiederinbetriebnahme eines stillgelegten Atomreaktors angekündigt und die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus dem Land gewiesen.

Roh will führende Rolle bei Suche nach friedlicher Lösung

Nach ihren Gesprächen am Sonntag wollten Kelly und Roh am Montag erneut über den Konflikt beraten. Roh tritt sein Amt am 25. Februar an. Nach Angaben seiner Berater erklärte Roh bei seinem Treffen mit Kelly, dass seine Regierung eine führende Rolle bei der Suche nach friedlichen Beilegung des Konflikts spielen wolle. Er betonte zudem die Bedeutung des Militärbündnisses mit den USA. Diese haben rund 37 000 Soldaten in Südkorea stationiert, das seit dem Ende des Koreakrieges 1953 noch keinen Friedensvertrag mit dem Norden abgeschlossen hat. Nordkorea verlangt von den USA den Abschluss eines Nichtangriffspakts.

Kelly äußerte sich enttäuscht über die Gespräche nordkoreanischer Vertreter mit dem früheren UNO-Botschafter der USA, Bill Richardson. "Es war ein wenig enttäuschend, weil wir von den Nordkoreanern wirklich nichts gehört haben, das wir nicht bereits in ihren öffentlichen Äußerungen vernommen haben." Richardson hatte nach einem Treffen mit dem Mitglied der nordkoreanischen Uno-Vertretung, Han Song Ryol, am Sonntag die USA aufgefordert, mit Nordkorea Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt aufzunehmen. Die US-Regierung hat erklärt, sie sei zwar zu Gesprächen mit Nordkorea bereit, nicht jedoch zu Verhandlungen. Sie werde keine Gegenleistungen dafür anbieten, dass sich Nordkorea an bestehende Vereinbarungen halte.

Russland erwägt Entsendung von Diplomaten

Russland erwägt eine diplomatische Initiative zur Lösung des Konflikts, der international Besorgnis ausgelöst hat. Russland werde möglicherweise, Diplomaten nach Nordkorea entsenden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Dies habe der stellvertretende russische Außenminister Alexander Losjukow auf Anfrage angedeutet. Einzelheiten habe Losjukow allerdings nicht genannt. Losjukow ist im russischen Außenministerium für den Asien-Pazifik-Raum zuständig.

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