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06.01.2003

20:30 Uhr

T-Aktie gefragt - Lufthansa-Titel größer Verlierer

Dax schließt auf Tageshoch

Beflügelt von freundlichen US-Börsen und einer stark nachgefragten T-Aktie hat der Deutschen Aktienindex Dax am Montagabend im Endspurt auf seinem Tageshoch geschlossen. Er stieg um 2,08 Prozent auf 3157,25 Zähler.

HB/vwd/dpa FRANKFURT/M. Der MDax der 70 mittleren Werte stieg um 0,31 Prozent auf 3132,52 Zähler. Der Nemax 50 am Neuen Markt vollzog diese Entwicklung jedoch nicht nach und verlor 0,74 Prozent auf 385,52 Punkte. Die Aktie der Deutschen Telekom machte einen Sprung von 5,88 Prozent auf 13,87 Euro.

Erst nach Veröffentlichung des US-Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungsbranche habe sich das Geschäft wieder belebt, berichteten Händler. "Die Erleichterung darüber, dass es hier keine deutliche negative Überraschung gegeben hat, führte dann zu deutlich anziehendem Kaufinteresse", sagte ein Marktteilnehmer.

Der Einkaufsmanagerindex der US-Dienstleistungsbranche ist im Dezember auf einen Stand von 54,7 Punkte zurückgegangen. Volkswirte hatten im Schnitt mit 55,5 Zählern gerechnet. Ein Indexstand über 50 Punkten zeigt ein Wachstum an. "Noch ist alles im grünen Bereich, der Sektor expandiert", erklärte ein Händler die positive Reaktion der Börsen. Daneben habe das Kaufinteresse institutioneller Anleger am Nachmittag in nahezu allen Sektoren deutlich zugenommen. Keinen Einfluss habe dagegen der drohende Streik im öffentlichen Dienst gehabt, sagten Händler. Die Gewinne an der Wall Street führten Börsianer auf das angekündigte Konjunkturprogramm der US-Regierung zurück.

Institutionelle Anleger beflügeln T-Aktie

Deutliche Kursgewinne bei überraschend hohen Umsätzen wies die T-Aktie aus. Das Papier verteuerte sich um 5,9 Prozent auf 13,87 Euro bei rund 29 Mill. gehandelten Aktien. Damit kletterte die Aktie auf den höchsten Stand seit Mai 2002. Das Plus erklärte ein Händler mit erneuten Berichten über einen möglichen Kauf von T USA-Mobile durch den europäischen Marktführer Vodafone.

Die meisten Beobachter hielten einen Verkauf aber für unwahrscheinlich - die Telekom könnte zwar ihre Schulden reduzieren, wäre dann aber kein Global Player mehr. In unternehmensnahen Kreisen war zu erfahren, eine Veräußerung von T USA-Mobile sei "äußerst unwahrscheinlich". Ein anderer Marktteilnehmer betonte daher, dass die Investoren ihre Bestände zum Jahresbeginn aufgestockt hätten, da sie mit einer weiteren Reduzierung der Telekom-Schulden im Jahresverlauf rechneten.

Die Aufschläge an der US-Technologiebörse Nasdaq haben nach Angaben von Aktienhändlern auch die Stimmung für die deutschen Technologiewerte deutlich verbessert. "Investoren haben in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Konjunktur im Jahresverlauf angefangen, ihre Bestände in diesem Sektor aufzustocken", sagte ein Marktteilnehmer. Sollte die Wirtschaft wieder anspringen, dürfte zuerst die Aktien deutlich steigen, die 2002 zu den größten Verlierern gehört hätten. Siemens verteuerten sich um 4,1 Prozent auf 45,04 Euro, SAP um 2,4 Prozent auf 87,90 Euro, und Infineon um 4,5 Prozent auf 8,10 Euro.

Schlechte Stimmung für Bank-Aktien

Die Stimmung für Banken wurde Aktienhändlern zufolge von kritischen Analystenstimmen der US-Investmentbank Salomon Smith Barney belastet. Die Tochter des US-Instituts Citigroup hatte sich zurückhaltend zu den europäischen Finanzwerten geäußert und den Sektor abgestuft. Deutsche Bank gaben daher um 1,5 Prozent auf 46,35 Euro nach, Commerzbank verloren 1,9 Prozent auf 8,20 Euro, und HypoVereinsbank verbilligten sich um einen Prozent auf 16,28 Euro.

Positive Kommentare aus Detroit beflügeln Automobilwerte

Die Automobilwerte sind am Nachmittag ins Plus gedreht, nachdem sie zuvor teilweise deutlich nachgegeben hatten. Positive Analystenkommentare zu den Dezember-Absatzzahlen und der laufenden US-Automobilmesse Detroit Motorshow hätten die Stimmung verbessert, sagten Marktteilnehmer. Daimler-Chrysler stiegen um 2,2 Prozent auf 31,48 Euro und BMW um 1,8 Prozent auf 30,53 Euro. VW verbesserten sich um 1,6 Prozent auf 38,50 Euro. Am frühen Nachmittag habe BMW besser als erwartete Verkaufszahlen für 2002 gemeldet, berichtete ein Analyst. Die Daten von Mercedes seien dagegen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Größter Verlierer waren Lufthansa mit einem Kursabschlag von 3,1 Prozent auf 9,61 Euro. Sie litten darunter, dass die niederländische Fluggesellschaft KLM die Prognosen für 2002/2003 gesenkt hatte, hieß es. Zudem würden wegen des Irak-Konfliktes verstärkte Kriegsängste die Luftfahrtaktien belasten, hieß es im Handel. Dies sei auch der Grund für die Abgaben bei den Aktien des Touristikkonzerns TUI, die 1,3 Prozent auf 16,81 Euro einbüßten. "Wer fliegt schon in den Urlaub, wenn es Krieg im Nahen Osten gibt", gab ein Börsianer zu bedenken.

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