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07.01.2002

20:22 Uhr

T-Aktie stark im Minus

Dax schließt schwächer

Der Markt müsse nach den teilweise massiven Kursgewinnen erstmal konsolidieren, sagten Händler. Stark im Minus lagen die Aktien von Deutsche Telekom, die Händlern zufolge offenbar unter Verkäufen von US-Anlegern litten.

Quelle: Handelsblatt

Reuters FRANKFURT. Deutliche Einbußen verbuchten auch die Automobilwerte, allen voran Daimler-Chrysler, die trotz verhalten optimistischer Prognosen nachgaben. Bei den BMW-Titeln machten Händler die angekündigte Anleihe und Gewinnmitnahmen für die Verluste verantwortlich. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Montag 1,63 Prozent schwächer bei 5 232,22 Zählern, nachdem er anfänglich rund ein halbes Prozent zugelegt hatte. Der Nebenwerte-Index MDax ging 0,16 Prozent leichter bei 4 395,97 Stellen aus dem Handel.

Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,22 Prozent auf 3 657,63 Zähler nach. An den US-Börsen lag der Dow-Jones-Index bei Börsenschluss in Deutschland 0,3 Prozent im Minus bei 10 229 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,2 Prozent auf 2 055 Stellen verlor.

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche fehlten Börsianern zufolge die notwendigen Anschlussorders, um den Dax dauerhaft über die Marke von 5 340 zu hieven. Es sei zwar noch Liquidität am Markt vorhanden, viele Anleger hielten sich aber noch zurück. "Die Unternehmen müssen jetzt erst mit ihren Zahlen beweisen, dass die Anstiege gerechtfertigt sind", sagte der Händler Florian Weber des Börsenmaklers Schnigge. Die Rückkehr der Anleger aus dem Weihnachtsurlaub mache sich kaum bemerkbar, ergänzte ein anderer Börsianer. Die Engagements konzentrierten sich auf ausgewählte Werte, da die Aktien insgesamt gesehen nach Ansicht einiger Experten auf dem derzeitigen Kursniveau nicht gerade günstig seien.

Das Index-Schwergewicht Telekom verlor bis Börsenschluss 2,88 Prozent auf 19,58 Zähler. Marktteilnehmern zufolge handelt es sich offenbar um Rückflüsse von ehemaligen Voicestream-Eignern, die bei der Übernahme des US-Unternehmens T-Aktien erhalten hatten. Die Marke von 20 Euro sei offenbar eine, bei der sich US-Anleger von ihren Papieren trennten. Die T-Aktie sei in den vergangenen Wochen mehrmals an der dauerhaften Überwindung dieser Marke gescheitert.

Daimler-Chrysler verbilligten sich um 3,67 Prozent auf 49,13 Euro. Zuvor hatte der Vertriebschef der verlustreichen US-Sparte Chrysler, Jim Schroer, im Rahmen der Autoshow in Detroit gesagt, er rechne damit, den Marktanteil der Marke in den USA im angelaufenen Jahr zu halten. Die Ausgaben für Kaufanreize würden das Niveau des vierten Quartals 2001 nicht überschreiten. Mercedes-Benz-Chef Jürgen Hubbert hatte gesagt, Mercedes werde sich 2002 voraussichtlich besser als der Markt entwickeln.

Stark unter Druck standen auch die BMW-Titel, die um 2,66 Prozent auf 40,30 Euro nachgaben, obwohl der Konzern in Detroit bekräftigte, für das laufende Jahr eine Fortsetzung der Ergebnis- und Absatzsteigerungen zu erwarten. Marktteilnehmer verwiesen auf die Begebung einer Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro. Zudem lasteten Gewinnmitnahmen auf den Aktien, nachdem die Titel in den ersten drei Handelstagen des neuen Jahres um mehr als fünf Prozent gestiegen waren.

Auf der Gewinnerseite standen unterdessen die Aktien der Deutschen Post, die sich um 3,24 Prozent auf 16,25 Euro verteuerten. Einerseits gebe es eine größere Kauforder eines institutionellen Anlegers am Markt, andererseits habe das Papier den Abwärtstrend der vergangenen Wochen durchbrochen, sagten mehrere Händler. Die "Aktie Gelb" hatte zwischen Mitte Oktober und dem Jahreswechsel knapp 16 Prozent an Wert verloren.

Lufthansa zogen um 1,52 Prozent auf 29,69 Euro an. Das Papier sei angesichts positiver Passagierzahlen der Konkurrenz attraktiv, sagten Analysten. Zudem erhöhte die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein ihr Kursziel auf 22 von 18 Euro und bekräftigte ihre Kaufempfehlung.

Im MDax schlossen die Titel von Babcock-Borsig 12,18 Prozent fester bei 11,05 Euro, nachdem sie zuvor bis zu 3,35 Prozent verloren hatten. Das Unternehmen hatte am frühen Abend den Einstieg des US-Investors Wyser-Pratte Management Co. bekannt gegeben.

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